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Geschichte zu Graubünden

Graubünden und seine Hauptstadt Chur blicken auf eine über 11'000-jährige Siedlungsgeschichte zurück. Zeit genug, um Brauchtümer wachsen zu lassen. Ob "Chalandamarz" im Engadin oder „Pschuuri“ in Splügen: Alljährlich wiederkehrende historische Feste wie diese haben den kantigen Menschenschlag in der grössten Ferienregion der Schweiz ebenso geprägt wie die Sprachvielfalt: Als einzige Region der Schweiz ist Graubünden von drei Sprachkulturen beeinflusst: der deutschen, der  rätoromanischen und der italienischen.

Der Kanton Graubünden hat knapp 192'000 Einwohner (Schweiz ca. 7,8 Mio.) und umfasst einen Sechstel des schweizerischen Territoriums. Die abwechslungsreiche Berglandschaft garantiert zwei Rekorde: Mit 7'106 km² ist Graubünden der grösste Kanton der Schweiz (17,2% der gesamten Landesfläche) und mit etwa 26 Einwohner pro km2 der am dünnsten besiedelte. Zum Vergleich: Im Kanton Zürich leben 736 Einwohner pro km2, im Tirol 53 Einwohner pro km2. Rund 33’000 Menschen leben in der Hauptstadt Chur, mit seiner über 5000-jährigen Geschichte einer der ältesten Siedlungen der Schweiz.

Die Geschichte auf einen Blick

15 v. Chr.         Unterwerfung der Bündner durch die Römer
8. Jh. n. Chr.     Eingliederung Rätiens durch Karl den Grossen
1000 n. Chr.     Allmähliche Germanisierung Currätiens
13. Jh.              Einwanderung der Walser
1352                Werdenberg-Belmont-Fehde
1512                Eroberung des Veltlins
1524                Verfassung der Drei Bünde
1618-1639       Bündner Wirren während des Dreissigjährigen Krieges
1803                Untergang des Freistaates und Anschluss an die Eidgenossenschaft
1815               Veltlin nach Wienerkongress endgültig verloren
1830-1870      Blüte des Transits
1854               Neue Verfassung, Einteilung des Kantons in Bezirke, Kreise und Gemeinden
1880               Beginn des Tourismus
1926               Zulassung des Automobilverkehrs
1938               Anerkennung des Romanischen als 4. Landessprache

Der Kanton Graubünden als ehemaliger Freistaat "Gemeiner Drei Bünde" schliesst sich spät der Schweiz an. Erst in der Mediation von 1803 wird Graubünden formell ein schweizerischer Kanton. Das rätische Passland, in Teilen schon seit der Mittelsteinzeit besiedelt, wird von den Römern kurz vor Beginn unserer Zeitrechnung erobert, da sie seine strategische und handelspolitische Schlüsselposition erkennen. Sie verleiben es als Teil der Provinz Raetia Prima ihrem Imperium ein. Der römische Einfluss hat sich dem Land tief eingeprägt, in der christlichen Tradition – Chur ist seit 451 Bischofsitz  - sowie in der rätoromanischen Sprache und der römischen Zivilisation.

Vom Sturm der Völkerwanderungen kaum berührt, wird das Land vom siebten Jahrhundert an unter dem einheimischen Geschlecht der Victoriden ein faktisch unabhängiger Kirchenstaat und kommt 843 in der Reichsteilung zu Ostfranken, dem späteren Deutschen Reich. Doch der Churer Bischof und der Abt von Disentis, beide Hüter der für den Kaiser wichtigen Passübergänge, errichten sich weitgehend selbstständige Feudalstaaten.

Im 14. Jahrhundert schliessen sich Domkapitel, Talgemeinden und die Stadt Chur zu einer Abwehrfront zusammen, dem späteren Gotteshausbund. Ihm folgen 1395 der Graue oder Obere Bund und 1436 der Zehngerichtenbund. Beide sollen die Unabhängigkeit und den Landfrieden sichern. Mit dem allgemeinen Bundesvertrag von 1524, dem ersten gesamtbündnerischen Bundesbrief, geben sich die Gerichtsgemeinden aller drei Bünde eine gemeinsame Verfassung. Der "Freistaat Gemeiner Drei Bünde" ist geboren, eine Art Bundesstaat, in dem die Gerichtsgemeinden weitestgehend Autonomie besitzen. Im 17. Jahrhundert wird das Bergland seiner Pässe wegen zur strategischen Drehscheibe Europas und gerät dadurch immer wieder ins Kreuzfeuer der sich bekämpfenden Grossmächte.

Auch im Zeitalter der französischen Revolution kehrt keine Ruhe ein. Französische und österreichische Heere liefern sich an den Bündner Pässen erbitterte Kämpfe. Die Frage des Anschlusses an die Helvetische Republik spaltet Bünden einmal mehr in zwei Lager, bis Napoleon 1801 die Vereinigung mit der Schweiz verfügt. In der Mediation von 1803 wird Graubünden schliesslich formell ein schweizerischer Kanton.

Tourismusgeschichte

Die noch vor 200 Jahren als feindselige und schwer zugänglich empfundene Berglandschaft bildet heute die Grundlage eines florierenden Sport-, Erholungs- und Gesundheitstourismus. Es waren vor allem die intensive Verbesserung der Verkehrswege, aber auch die neuen Erkenntnisse über die Heilwirkung des Gebirgsklimas und der Mineralquellen, welche zur Entwicklung des modernen Tourismus in Graubünden beitrugen.

Hier erfahren sie mehr über die Tourismusgeschichte in Graubünden:
Tourismusgeschichte Graubündens
Meilensteine des Bündner Winters
Meilensteine des Alpinismus in Graubünden
100 Jahre Graubünden Ferien/Verkehrsverein Graubünden
Schülerdokumentation

Der Steinbock - das Wappentier Graubündens

Der Steinbock (Romanisch Capricorn) gehört zu Graubünden wie das Wasser in unsere Bergseen. Der Besucher entdeckt ihn überall, nicht nur auf dem Kantonswappen, auch auf Autokennzeichen, als Brunnenfigur oder gemaltes Wappen auf Hauswänden, als Name verschiedener Hotels, Restaurants und natürlich in freier Natur - in den höheren, abgelegenen Bergregionen. Und nicht zuletzt auch im "graubünden"-Logo lacht Ihnen ein Steinbock entgegen.

Die heutige Darstellung des Bündner Wappens wurde vom Kleinen Rat (Heute: Regierung) mit Beschluss vom 8. November 1932 festgelegt und vom Bundesrat im Februar 1933 genehmigt. Bis dahin bestand das offizielle Bündner Wappen seit der Kantonsgründung 1803 aus den Wappenschilden der drei Einzelbünde:
- Grauer oder Oberer Bund (1395) gespaltenes Schild (weiss, schwarz)
- Gotteshausbund (1367) schwarzer, aufrechter Steinbock
- Zehngerichtebund (1436) geviertetes Schild / Kreuz (blau, gelb)

Der Kanton Graubünden trägt den Namen des ehemals politisch gewichtigsten der Drei Bünde, aus denen er entstanden ist. Der 1367 gegründete Graue Bund wurde 1442 erstmals genannt. Damals gebrauchten ihn vermutlich Zürcher und Österreicher als Spottnamen, vor 1486 wurde er von den Bundsleuten übernommen. Im 15. Jahrhundert erscheint der Name für die sonst Drei Bünde genannte Gesamtheit der Bünde. Im 16. Jahrhundert wurde von Humanisten der Name der römischen Provinz Rätia als Rätien auf das Gebiet der Drei Bünde übertragen. 1799 wurden die Bünde von Napoleon als Kanton Rätien der Schweiz eingegliedert. Die Bezeichnung ist heute noch für Institutionen wie die Rhätische Bahn (RhB) und das Rätische Museum in Chur üblich. Seit der Konstituierung des modernen Kantons der Schweizerischen Eidgenossenschaft 1803 ist der Name Graubünden offiziell. Das Kantonswappen setzt sich entsprechend aus den Wappen der Drei Bünde zusammen.

Steinbock-Spot

Graubünden Ferien Schweiz