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Wanderungen

Wanderung Lavin–Ardez–Scuol

Eine der schönsten Wanderungen im Unterengadin mit grossartiger Aussicht (streckenweise für Mountain Bikes erlaubt). Auf der alten Talstrasse vorbei an verlassenen Weilern, Hexenplatten und Ruinen ehemaliger Stallungen
Distanz 18.00 Km
Höhenmeter Unterschied 393 m
Höchster Punkt 1644 m ü.M.
Dauer 04:45 Stunden
Jahreszeit Frühling bis Herbst
Strecke
Lavin–Guarda–Ardez–Ftan–Scuol
Bewertung
Schwierigkeit
Karte & Profil

Details

Vom Bahnhof in Lavin geht man bis zur Kirche, dann nordostwärts hoch auf der ehemaligen Talstrasse Richtung Guarda. Nach kurzer Steigung gelangt man zu ­einer auffallenden Ansammlung alten Mauerwerks. Es sind die Ruinen des alten Weilers Gonda . Der Weg steigt weiterhin gleichmässig an, biegt dann in den unteren Teil des Val Tuoi ein und quert den Bergbach bei der Säge von Guarda. Kurz nach dem Tobel vereinigt sich der Weg mit dem von Giar­sun heraufführenden Strässchen, auf dem man anschliessend Guarda erreicht. Es lohnt sich, hier zu verweilen.

Beim obersten Haus geht es dann ebenhin zum Weiler Bos-cha. Er hat eine hervorragend schöne Lage mit weitem Ausblick auf Ardez hinunter. Am Wegrand blüht die rötliche Jupiternelke (Lychnis flos-jovis). Nach dem Bächlein unterhalb Bos-cha ragen bei Pt. 1570 links am Strassenrand nackte steinerne Rundbuckel aus dem Rasen; es handelt sich um Schalensteine.

Anschliessend bleibt der Weg beinahe auf gleicher Höhe und biegt bei einer anmutigen Lärchengruppe über das knapp 100 m tiefer gelegene Dorf Ardez ein. Durch Wiesen und Äcker führt der Weg weiter nach Chanoua. Es stehen hier nur noch die Ruinen einstiger Stallungen und Susten aus der Zeit der Säumer. Das Gebäude brannte 1742 nieder. Es wurde dann wieder notdürftig aufgebaut und blieb noch bis 1910 zeitweise bewohnt.

Kurz nach Chanoua biegt der Pfad ins Val Tasna ein zur Strasse Ardez–Ftan, auf der man anschliessend die Tasnabrücke erreicht. Jenseits der Brücke kann man die Fahrstrasse meiden, indem man auf dem Alpsträsschen auf der linken Bachseite etwa 200 m talaufwärts läuft und dann einen rechts abzweigenden Waldweg nach Ftan benützt.

Das Dorf Ftan liegt auf einer aussichtsreichen Terrasse. Von Ftan Grond der Dorfstrasse entlang gelangt man nach Ftan Pitschen, das den Charakter des Engadiner Bauerndorfes besser bewahrt hat. Es wurde nie, wie Ftan Grond, wiederholt von Feuersbrünsten oder Lawinen zerstört. Am östlichen, unteren Dorfausgang biegt man rechts nach Munt Clü ab und geniesst ständig einen umfassenden Ausblick auf die Landschaft von Tarasp–Vulpera, auf das die ganze Gegend beherrschende Schloss Tarasp, und auf das Dorf Scuol, das man über den Bahnhof oder über Liuns erreicht.

Gasthäuser unterwegs:
In allen Dörfern verschiedene Restaurants.

An-/Abreise mit dem öffentlichen Verkehr

Anreise: Mit dem Zug (RhB) oder Postauto bis Lavin

Abreise: Mit dem Zug (RhB) oder Postauto ab Scuol Staziun

Schalensteine

Überlieferungen des Steinkultes aus heidnischer Zeit mit vielen gerundeten, auch miteinander verbundenen Vertiefungen im glatten Fels. Das Volk nennt sie «Plattas da las Strias», Hexenplatten. Wo einst vor Urzeiten die Heiden ihren Göttern opferten, erbauten später die Christen eine Kapelle. Die Gegend heisst heute San Martaila (sanctum martyrium). Der Name deutet auf Märtyrer hin. Von der längst verschwundenen Kapelle sind nur noch Fundamentwülste vorhanden.

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