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Wanderungen

Wanderung Scuol–S-charl–Süsom Givè

Die Wanderung führt zum höchstgelegenen geschlossenen Arvenwald Europas. Sehr beliebte Wanderung durch die Clemgiaschlucht nach S-charl und zur Höhe des Ofenpasses. (Teilweise für Mountain Bikes erlaubt)
Distanz 26.00 Km
Höhenmeter Unterschied 1193 m
Höchster Punkt 2393 m ü.M.
Dauer 07:30 Stunden
Jahreszeit Sommer
Strecke
Scuol–S-charl–Süsom Givè
Bewertung
Schwierigkeit
Karte & Profil

Details

Von Gurlaina auf der rechten Talseite gegenüber Scuol nach rechts auf schmalem Pfad durch die wilde Clemgiaschlucht nach Plan da Funtanas, dann auf der Fahrstrasse am Eingang zum National­park in Mingèr vorbei nach S-charl (bis hierher auch Postautobetrieb).

Das bis hierher enge, wilde Tal fächert in drei Täler aus und wird zusehends freundlicher. Blumenreiche Wiesen umrahmen das schmucke Dörfchen.

Von S-charl taleinwärts bleiben wir am Hauptbach. An beiden Hängen überwiegen mit Lärchen vermischte Arvenwälder. Nach der ersten Bachüberquerung bei Pt. 2018 steigt der Weg steiler zur Alp Praditschöl an (Pt. 2131), um dann ebenhin zur Alp Astras zu führen (Pt. 2135). Uns gegenüber, auf der rechten Talseite, dehnt sich der urwüchsige Arvenwald von Tamangur aus, der höchstgelegene geschlossene Arvenwald Europas, mit seinen kraftvollen Bäumen. Besonders in der obersten Kampfzone stehen wuchtige Kämpen neben ausgemergelten, bleichen Strünken gefallener Baumriesen, die dem zarten Nachwuchs als gutbehütete Kinderstube dienen (der Abstecher zum God da Tamangur ist über Pt. 2018 und Tamangur Dadoura, Pt. 2127, zur Alp Tamangur Dadaint – oder umgekehrt – ohne grösseren Zeitaufwand möglich). Um auf den Pass dal Fuorn zu gelangen, steigt man bei der Alp Astras (Pt. 2135) südwestlich zur Funtana da S-charl hinauf (Pt. 2393). Auf über 2400 m wachsen hier zwischen Edelweiss und Männertreu auch die eher seltene Zwergorchis (Chamorchis alpina) mit blau-grünlichen, kleinen Blüten sowie die ebenfalls seltene Korianderblättrige Schmuckblume (Callianthemum coriandrifolium) und der Mannsschild-Steinbrech (Saxi­fraga androsacea). Der Abstieg führt vorerst Richtung Alp da Munt hinunter, geht aber später nördlich daran vorbei zur Ebene von Plan da l’Aua. Bei Pt. 2152 bietet sich rechts ein Pfad an, der ohne Höhenverlust durch den Wald zur Pass­höhe Süsom Givè führt.

 

Gasthäuser unterwegs:

7550 S-charl:
geöffnet Ende Mai–Ende Oktober;
Alvetern, Tel. 081 864 14 03
Crusch Alba, Tel. 081 864 14 05
Mayor, Tel. 081 864 14 12

7532 Süsom Givè:
geöffnet Ostern–Ende Oktober;
Tel. 081 858 51 82

An-/Abreise mit dem öffentlichen Verkehr

Anreise: Mit dem Postauto bis Ramosch, posta

Abreise: Mit dem Postauto ab Martina, posta

S-charl

S-charl war früher das ganze jahr bewohnt, heute ist es ein Sommerdörfchen. Das romanische Kirchlein aus dem 11. oder 12. Jh. wurde wiederholt renoviert. Es fügt sich nett und lieblich in den Rahmen des Dörfchens ein. Das breite, feste Knappenhaus aus dem Jahre 1673 schliesst den geräumigen, hübschen Dorfplatz in gefälliger Weise ab. In S-charl wurde von 1370 bis 1828 ein lebhafter Bergbau betrieben. Noch heute erinnern teilweise zerfallene Stollen und die Ruinen am nordwestlichen Eingang zum Dorf an jene Zeit. Gewonnen wurden hauptsächlich silberhaltiger Bleiglanz, Zinkblende und Brauneisenerz. Das damalige Hauptgebäude ist fachmännisch restauriert worden und beherbergt nun ein Bergbaumuseum.

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