Winterwandern & schlemmen.

Unterwegs mit dem «Pass Culinaric» in der Val Lumnezia

Winterwanderin auf dem Winterwanderweg zwischen Lumbrein und Vrin Winterwanderin auf dem Winterwanderweg zwischen Lumbrein und Vrin
Wir sind mit dem «Pass Culinaric» in die Val Lumnezia gereist und haben uns einmal quer durchs Tal geschlemmt – von Cumbel bis nach Vrin. Von Restaurant zu Restaurant ging es auf den schönsten Winterwanderwegen der Region zu Fuss.

Von Thalia Wünsche

7.56 Uhr: Anreise in die Val Lumnezia

Unser Winterausflug beginnt im Morgengrauen. Am Bahnhof Chur steigen wir in die Rhätische Bahn in Richtung Disentis/Mustér. Der schönste Teil dieser Strecke – die Fahrt durch die Rheinschlucht – kommt gleich zu Beginn. Zu unserem Glück, denn in Ilanz müssen wir bereits aussteigen. Hier wechseln wir aufs Postauto, das uns in die Val Lumnezia bringt.

Aussicht aus der Rhätischen Bahn bei der Fahrt durch die Rheinschlucht

8.45 Uhr: 1. Gang in Cumbel

Als das Postauto anhält, steigt die Sonne über die Berggipfel und taucht das Bergdorf Cumbel in gleisendes Licht. Keine Wolke weit und breit. Perfekte Bedingungen für unsere kulinarische Winterwanderung mit dem «Pass Culinaric». Das Angebot beinhaltet eine Vorspeise, einen Hauptgang und ein Dessert. Wo und wann wir die Gänge einlösen, ist uns überlassen. Zur Auswahl stehen neun Restaurants; verteilt über das ganze Tal.

Für den ersten Gang – aufgrund der Uhrzeit mehr Frühstück als Vorspeise – haben wir die Ustria Larisch in Cumbel gewählt. Ihr Angebot: ein Teller mit Salsiz, Trockenfleisch, Rohschinken und Käse aus der Region; serviert mit Früchtebrot, das frisch aus dem Holzofen kommt und noch warm ist. Die Portion ist grosszügig und der Energiespeicher für die erste Wanderetappe gefüllt.

Das Bergdorf Cumbel in der Val Lumnezia
Ein Teller mit Salsiz, Trockenfleisch, Rohschinken und Käse

9.45 Uhr: Winterwanderung nach Lumbrein

Wir kürzen ab und steigen in Cumbel nochmals für einige Stationen ins Postauto. Ab Vella geht es zu Fuss weiter. Der Winterwanderweg nach Lumbrein ist breit und gut präpariert. Er führt entlang der Talflanke über offene Hänge und bietet schöne Aussichten ins Tal und auf die Dörfer, die nun unter uns liegen.

Distanz: 7 km I Aufstieg: 310 m I Abstieg: 158 m I: Dauer: 2:30 h

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Winterwanderweg zwischen Vella und Lumbrein Winterwanderweg zwischen Vella und Lumbrein

Zweieinhalb Stunden später erreichen wir Lumbrein. Unsere Mägen knurren und wir verlassen den Höhenweg Richtung Dorf. Wir wissen schon beim Abstieg, dass wir im Anschluss die Höhenmeter wieder hinaufmüssen. Sei’s drum… Die Vorfreude aufs Essen überwiegt.

Das Bergdorf Lumbrein in der Val Lumnezia

12.15 Uhr: 2. Gang in Lumbrein

Für den Hauptgang geht’s ins Restaurant des Hotels Péz Regina. Der Grund: Die Lage, auf halber Strecke zwischen Vella und Vrin, ist ideal, zudem klingt das Gericht – Kalbsroulade mit Champignon und Spinat, dazu Rosmarinkartoffeln – vielversprechend. Unsere Erwartungen werden erfüllt: Das Essen schmeckt und unsere Füsse geniessen die Pause.

Kalbsroulade mit Champignon und Spinat und dazu Rosmarinkartoffeln Kalbsroulade mit Champignon und Spinat und dazu Rosmarinkartoffeln

Bevor wir auf den Winterwanderweg zurückkehren, unternehmen wir einen kurzen Spaziergang durchs Dorf. Das lohnt sich. In Lumbrein stehen viele traditionelle Häuser und die vierbeinigen Einheimischen begrüssen uns neugierig.

Fassade eines traditionellen Hauses in Lumbrein
Neugierige Kuh auf einem Bauernhof in Lumbrein

13.30 Uhr: Winterwanderung nach Vrin

Nach Lumbrein wird der Winterwanderweg schmaler, führt über Brücken und schlängelt sich durch den Wald. Das Vorwärtskommen ist strenger, da der Schnee tiefer ist und es hoch und runter geht. Der weniger perfekt präparierte Weg macht das Winterwandern ursprünglicher. Das gefällt uns.

Strecke: 8,4 km I Aufstieg: 279 m I Abstieg: 234 m I Dauer: 2:45 h

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Winterwanderweg zwischen Lumbrein und Vrin

16.30 Uhr: 3. Gang in Vrin

Zusammen mit den letzten Sonnenstrahlen erreichen wir Vrin am Ende der Val Lumenzia. Ein letztes Mal leuchtet der Kirchturm auf, bevor das Dorf im Schatten versinkt. Es wird bitterkalt und wir fliehen nach drinnen; in die Ustria dalla Posta. Dort wartet unser letzter Gang, das Dessert, auf uns.

Sonnenstrahlen beleuchten den Kirchturm von Vrin

Serviert wird uns ein Törtchen mit heissen Beeren, garniert mit Sauerrahm-Glace. Es ist ein würdiger Abschluss unserer Tour: hübsch angerichtet und mindestens so lecker. Während wir im Genuss versinken, lauschen wir den romanischen Gesprächen der anderen Gäste. In dieser Beiz verkehren auch die Einheimischen. Wir verstehen wieso. 

Törtchen mit heissen Beeren und Sauerrahm-Glace Törtchen mit heissen Beeren und Sauerrahm-Glace

17.30 Uhr: Heimreise

Draussen beginnt es einzudunkeln und für uns ist es Zeit heimzukehren. Das Postauto wartet schon auf uns, als wir das Restaurant verlassen. Wir fahren die Strecke zurück, die wir am Tag gewandert sind. Und sind erstaunt, wie viel Distanz wir heute zu Fuss zurückgelegt haben.

Die drei besuchten Restaurants wurden von der Autorin aufgrund ihrer Lage und ihres kulinarischen Angebots ausgewählt. Die drei Gänge des «Pass Culinaric» können in neun Restaurants in der Val Lumnezia eingelöst werden.

Schafe, die durch das Bergdorf Vrin spazieren
Thalia Wünsche

Autorin.

Thalia Wünsche

Thalia ist Wahlbündnerin und bringt seit 2016 für Graubünden Ferien Journalist*innen und Blogger*innen an die schönsten Orte der Region. Wenn sie nicht hinter dem Schreibtisch sitzt, ist sie am liebsten in der Natur unterwegs; entweder mit ihrem Hund oder ihrer Kamera.

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