Graubünden Ferien Schweiz

Kleines Klettersteig-Einmaleins

Keine Klettertour ohne Vorbereitung und Taktik – eine gründliche Planung im Vorfeld sorgt für ungetrübten Kletterspass. Mit unseren Tipps kommen Sie nicht nur sicher rauf, sondern auch sicher wieder runter.

Tipps und Tricks

  • Zu Beginn nicht versuchen, grosse Berge zu verschieben. Fangen Sie mit leichteren Routen an – Sie werden sehen, die Beweglichkeit am Fels wird von Mal zu Mal besser.
  • Kraft einteilen: Langsam starten anstatt voll Dampf hoch. Denken Sie daran, dass es immer noch einen Rückweg gibt und unvorhersehbare Situationen eintreffen können, die Kraft erfordern. Wer gut trainiert ist, kann auf solche Situationen angemessen reagieren. Beim «Kraft einteilen» gilt grundsätzlich die gleiche Regel wie bei einem Mountainbike-Marathon: Wer zu schnell in die Hügel fährt, erreicht das Ziel nicht – oder falls doch, sieht er dieses dreifach und übers Kreuz.
  • Das Bremsseil darf niemals um den Körper gewickelt oder gar mit einem Knoten verkürzt werden. Diese Massnahmen verhindern bei einem Sturz das dynamische Abfangen des Stürzenden und behindern somit die Funktionsweise des Klettersteigsets. Im schlimmsten Fall kann dabei das Klettersteigset reissen.
  • Die Karabiner sollten unbedingt immer einzeln an den Zwischensicherungen umgehängt werden, niemals gleichzeitig.
  • In Steilpassagen ist es vorteilhaft, wenn man die beiden Karabiner mit einer Hand am Drahtseil mitschiebt. So hat man die Karabiner beim Umhängen gleich in Griffweite.
  • Beim Begehen von Dreiseilbrücken setzen Sie die Füsse schräg zur Seilrichtung auf, damit Sie sicherer stehen. Idealerweise sollte sich immer nur ein Kletterer in einer Brücke aufhalten.
  • Am Klettersteig möglichst klettern, das Drahtseil dient in erster Linie der Sicherung und ist nicht als Kletterroute gedacht. Wo dies nicht möglich ist, achten Sie darauf, dass sich nur ein Bergsteiger im Seilabschnitt befindet. Ansonsten ist es möglich, dass Ihnen der Vorgänger unsanft auf den Kopf fällt. Zudem wird das ganze Seilkonstrukt bei zwei gleichzeitigen Belastungen sehr wackelig.
  • Vermeiden Sie Steinschlag – und fühlen Sie die Dankbarkeit der Kletterer unter Ihnen.
  • Holen Sie seriöse Wetterinformationen ein, bei Gewitterneigung rechtzeitig starten (mit ausreichend Reservepuffer für Unvorhergesehenes) oder ganz auf eine Klettertour verzichten. Bei Wetterumsturz während der Tour sofort umkehren.
Klettern am Klettersteig Pinut in Flims

Klettersteigausrüstung

  • Ein bequemer Hüftgurt mit verstellbaren Beinschlaufen, wie ihn auch Bergsteiger und Kletterer benutzen, am besten mit Hängetest beim Kauf. Fachgeschäfte bieten professionelle Ausrüstungen sowie Beratung an.
  • Ein modernes Klettersteigset mit Falldämpfer und Karabinern, das sich leicht und sicher umhängen lässt.
  • Ein Falldämpfer, auch Bremsseil genannt, ist ein speziell vernähtes Band in einem grauen Täschchen. Im Sturzfall reissen die Nähte auf, das Band verlängert sich und wirkt abbremsend. Wenn Sie stattdessen nur eine Bandschlinge nehmen, fühlt sich ein allfälliger Sturz etwa so an, als wenn Sie ungebremst von Ihrem Gartenhäuschen in den Garten springen.
  • Absolut zwingend: ein Helm. Er schützt gegen Steinschlag von vorausgehenden Kletterern und bei Stürzen. Er sollte fest sitzen und eine gute Belüftung haben.
  • Eine zusätzliche Bandschlinge mit Karabiner ist hilfreich, wenn man in der Vertikalen zwischendurch eine Pause benötigt und sich zusätzlich absichern möchte.
  • Klettersteig-taugliche Schuhe: Hier gibt es verschiedene Philosophien. Glaubt man den Herstellern, gibt es für jeden Schwierigkeitsgrad den optimalen Schuh. Nur würden dann fünf Paar Bergschuhe im Schrank stehen. Also, wichtig ist eine feste Sohle, damit das Eisen nicht schon nach ein paar Metern unter den Nägeln brennt. Ausserdem sollte sich der Schuh auch für den Zu- und Abstieg eignen, insofern scheiden Turnschuhe schon mal aus. Die modernsten Schuhe bieten sogenannte «Climbing Zones», damit fühlen sich besonders Anfänger etwas trittsicherer.

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