Graubünden Ferien Schweiz

Erlebnisbericht zum Videodreh «Home of Trails»

Claudio Caluoris Erlebnisse mit Danny MacAskill

Wie hat Claudio Caluori den Videodreh zu «Home of Trails» mit dem schottischen Superstar Danny MacAskill erlebt? Was hat ihm besonders gefallen? Bei welchem Spot brauchte er am meisten Mut? Und ging auch was schief? Ein Erlebnisbericht von Claudio Caluori, Bike-Ikone aus Graubünden.

Von Claudio Caluori

Tag 1: Sprung von Terrasse

Danny und ich starten völlig übermüdet vom Bike-Weltcup-Wochenende in Lenzerheide in den Videodreh. Auf dem Rothorn, auf fast 3'000 m ü. M., merke ich, dass ich nur im T-Shirt wohl ein paar Mal frieren werde. Ich hoffe deshalb auf wärmere Temperaturen in den kommenden Tagen. Ja, und ich merke noch was. Nämlich, dass ich mich während den Dreharbeiten wohl einige Male überwinden muss, um mit Danny einigermassen mithalten zu können. Der fährt einfach echt verrückt – nicht nur bei seinen Stunts, sondern auch auf den ersten Trailabschnitten, auf welchen wir vom Rothorn hinunter nach Lenzerheide filmen. Apropos Trails: Neben den Filmaufnahmen kommen wir während des gesamten Drehs richtig viel zum Biken. Eine willkommene Überraschung für mich.

 

Am Nachmittag steht einer der grössten Stunts des gesamten Videos auf dem Programm. Der Sprung von der Terrasse der Alp Fops. Für diesen Sprung brauche ich so richtig Überwindung. Danny geht es gleich, nur dass er natürlich einen weit schwierigeren Trick vom Terrassen-Geländer zeigt als ich. Hut ab! Mir fällt auf, dass bei diesem Dreh pingelig auf jedes Detail geschaut wird und die Szenen nicht einfach so ruck, zuck im Kasten sind.

Auf dem Rothorn in Arosa Lenzerheide

Tag 2: Schönster Trailride meiner Karriere

Ich entdecke einen der schönsten Trails, den ich je gefahren bin. Das Verrückte: Er befindet sich sozusagen vor meiner Haustür! Vom Vorab-Gletscher geht’s auf diesem Hammer-Trail bis nach Flims hinunter – einfach wow.

Sandwich-Pause auf dem Vorabgletscher in Flims

Tag 3: Ferienstimmung am Caumasee

Auch heute Morgen zeigt sich: Das Filmteam nimmt sich Zeit, um die Einstellungen perfekt hinzubekommen. Bei diesem tollen Sommerwetter stört das aber niemanden. Gerne verweilen wir etwas länger beim Caumasee. Ein echt wunderschöner Ort. Gegen Abend geht’s weiter nach Davos. Und hier treffe ich auf zwei weitere Kollegen aus der Bikeszene. Nämlich auf Richie Schley und Steffi Marth, welche auch in Graubünden unterwegs sind. Die beiden sind immer für einen Spass zu haben.

Caumasee bei Flims

Tag 4: Viele Wolken und 12 Stiche im Gesicht

Heute ist zuerst Warten angesagt – und zwar richtig lange. Wolken nebeln uns ein. Filmen ist unmöglich. Vier Stunden geht das so. Und als sich endlich die Sonne zeigt, legt’s mich auf dem Weg – ziemlich heftig aufs Gesicht. Also ab ins Spital. Somit ist das Filmen auf dem Weissfluhgipfel erledigt. Mit 12 Stichen im Gesicht treffe ich das Team am Nachmittag wieder am Bahnhof Davos Wiesen. Zum Sonnenuntergang geht’s dann noch aufs Jakobshorn, um weitere Trail-Sequenzen zu shooten. Nach dem Filmen gab’s da oben ein super Nachtessen – organisiert vom Hotel Spenglers. Absolut top.

Grau in Grau: Weissfluhjoch in Davos Klosters

Tag 5: Schneller als Danny MacAskill

Am fünften Drehtag heisst es: Rumhängen. Eine echt witzige Szene, bei der ich mich samt meinem Bike an den Heckträger des Postautos hänge und Danny überhole, der auf dem Bike die Strasse hochfährt. Danach dürfen wir wieder richtig Biken und Trailsequenzen drehen – und zwar auf dem Alps Epic Trail Davos. Alle haben ein breites Grinsen im Gesicht, als wir in Sertig Dörfli ankommen. Nächste Destination? Ab nach Scuol.

Abwarten, Mails checken, herumblödeln

Tag 6: «Action» bei Steinbrücke

Heute Morgen lässt uns das Wetter wieder warten. Bei den ersten Sonnenstrahlen heisst es dann aber endlich «Action», – das Lieblingswort von Stu, dem Film-Director. Danny und seine Crew wollen die Szene auf der schönen Steinbrücke im Val Tasna perfekt im Kasten haben. Zigmal wird angefahren und probiert – solange, bis die Drohnenbatterien leer sind

Steinbrücke im Val Tasna, Unterengadin

Tag 7: Abflug in Müstair

Nach der Alp Fops in Lenzerheide steht heute der Dreh eines weiteren schwierigen Stunts auf dem Programm: Ein Front Flip über ein Vordach bei einem Haus in Müstair. Danny muss sich zusammenreissen und sich gewaltig konzentrieren. Nach unzähligen Anläufen mit Schutzmatten zieht er’s durch und landet sauber auf der harten Strasse. Huch, ich war fast so nervös wie er! Weiter geht’s hoch auf den Piz Nair bei St. Moritz. Übernachtung auf 3'022 m ü. M. – ein riesiges Erlebnis für uns alle.

Lustiger Abend mit Bike-Legende Richie Schley, zufällig in Davos getroffen

Tag 8: Filmen mit dem Steinbock

Danny spürt den Stunt vom Vortag im Nacken und zum ersten Mal bin nicht ich derjenige, der mit Müdigkeit kämpft. Die Nacht war sehr kurz. Um 5 Uhr morgens drehen wir bereits wieder tolle Sequenzen bei Sonnenaufgang. Nach den Aufnahmen bei der Steinbock-Skulptur auf dem Piz Nair filmen wir auf den Corviglia Flowtrails weiter – bis die Drohne abstürzt. Glücklicherweise hat die Filmcrew ein Ersatzgerät dabei.

Auf die Hörner genommen: Danny MacAskill auf dem Piz Nair

Tag 9: Batterien leer

Letzter Drehtag. Und zum Abschluss ein weiteres Highlight. Auf den Felsen im Bachbett der Cascata da Bernina filmen wir nochmals, bis alle Batterien leer sind – nicht nur diejenigen der Drohne. Mein Fazit: Unglaublich. Es brauchte dieses Projekt, damit ich begriff, dass wir in Graubünden tatsächlich die besten Trails der Welt haben. Vielleicht werde ich mir jetzt etwas mehr Mühe geben, um öfters mal zu Hause zu sein.

Bachbett der Cascata da Bernina
Claudio Caluori
Claudio Caluori

Claudio Caluori, Bike-Ikone aus Graubünden, stampft mit seiner Firma Velosolutions auf der ganzen Welt Pumptracks aus dem Boden und ist Manager eines Bike-Downhill-Teams. Und – legendär sind auch seine Preview-Fahrten für Redbull.TV auf den Weltcup-Downhillstrecken

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