Graubünden Ferien Schweiz

Auszeit im Schanfigger Bergparadies

Ein genussreiches Wochenende im Heimeli

So gerne wir als Familie unterwegs sind, ist die Zeit zu zweit genauso wichtig. Dafür wählen wir mit Vorliebe kleine, besondere Unterkünfte mit Charme und guter Küche. Für beste Erholung bevorzugen wir zudem eine schöne, naturnahe Umgebung. In der Nähe von Arosa gibt es einen Ort, der genau das verspricht. An einem sonnigen Wochenende im Winter machen wir uns auf den Weg dorthin.

Von Esther Mattle

Es ist Ende Februar und eigentlich sollte überall in den Bergen Schnee liegen. Auf der Fahrt über die kurvige Bergstrasse von Chur nach Arosa kommen bei uns aber fast schon Frühlingsgefühle auf. Neben der Strasse sehen wir mehr grün als weiss. Es geht weiter bergauf in den hübschen kleinen Bergort Langwies. Kurz nach dem Dorf entdeckt mein Mann den gesuchten Parkplatz: «Hier muss es sein und es liegt sogar Schnee!» Endlich haben wir also doch noch Schnee gefunden und können unseren Schlitten ausladen. Wir legen unser Gepäck darauf und die Wanderung geht los.

Winterwanderweg zum Heimeli (Foto: © Esther Mattle)

Zumindest wir starten zu Fuss von hier und verzichten auf den angebotenen Transfer mit dem Schneemobil. Wir wollen den Kopf auslüften und die Natur spüren. Dafür sind die nächsten eineinhalb Stunden Fussmarsch genau das Richtige. Der Weg ist prima gepfadet und führt uns stetig bergauf. Rechts vom Weg plätschert idyllisch der Sapüner Bach. Wir kommen an einem wunderschön vereisten Wasserfall vorbei und überqueren kleine Brücken. Je tiefer wir ins Sapüner Tal hineingehen, umso mehr lassen wir den Alltag hinter uns.

Winterwanderweg zum Heimeli (Foto: © Esther Mattle) Winterwanderweg zum Heimeli (Foto: © Esther Mattle)

Weiter oben wandern wir über eine verschneite Ebene. «Da vorne sehe ich ein kleines Dorf. Ob das unser Ziel ist?», fragt mein Mann. Der Wegweiser verrät uns, dass wir erst Sapün erreicht haben. Der kleine Bergort ist mit seinen hübschen Holzhäusern eine tolle Überraschung. Besonders jetzt, wenn die Sonne mit den letzten Strahlen die Holzfassaden und Beschriftungen der Häuser in warmes Licht taucht. Wir nehmen einen Schluck vom Dorfbrunnen und ich entdecke ein Schild, das an einem der Häuser hängt: «Nur noch 20 Minuten bis zu unserem Ziel!» Motiviert gehen wir die letzte Etappe an und wandern auf dem verschneiten Weg den Berg hinauf.

Winterwanderweg zum Heimeli (Foto: © Esther Mattle) Walsersiedlung Sapün (Foto: © Esther Mattle)

Die Bündner Fahne weist uns zu unserem Ziel, dem Berghaus Heimeli. Die letzten Meter sind ein knackiger Aufstieg. Da freuen wir uns umso mehr, angekommen zu sein. Ganz alleine steht das prächtige Holzhaus in der wunderschönen Schneelandschaft. «Schau mal, wie hübsch!» Ich zeige meinem Mann die liebevolle Dekoration vor dem Berghaus. Drinnen im Heimeli ist es ebenso stimmungsvoll arrangiert und wir fühlen uns sofort wohl. Schuhe und Jacken lassen wir in der Garderobe im Untergeschoss und ziehen bequeme Hüttenschuhe an. Ein freundlicher Mitarbeiter zeigt uns im ersten Stock unser Zimmer. «Heute Abend seid ihr Bergführer!» Der Raum ist dementsprechend dekoriert und ein sehr gemütliches in Holz gekleidetes Paradies. Im Zimmer befindet sich ein modernes Waschbecken. Dusche und Toilette teilen wir uns mit den anderen Gästen.

Ich inspiziere die Gemeinschaftsbadezimmer, die gleich neben unserem Zimmer liegen. Die Räume sind komplett neu gebaut und wunderschön in hellem Holz gestaltet. «Das Badezimmer musst du dir unbedingt ansehen. Es ist genial!», lenke ich meinen Mann von seinem Handy ab. Er hat nämlich gerade festgestellt, dass es hier im Zimmer keinen Empfang gibt. Wir haben also genau den richtigen Ort gefunden für unsere kleine Auszeit von Alltag. In der kuscheligen Leseecke schnappen wir uns ein interessantes Buch und geniessen ganz entspannt die herrliche Ruhe.

Heimeli Sapün (Foto: © Esther Mattle) Heimeli Sapün (Foto: © Esther Mattle)

Am Abend nehmen wir in der urchigen Gaststube des Heimelis Platz und freuen uns auf das Abendessen. Die Heimeliküche ist bekannt und wird sogar Alpengourmetküche genannt. Unsere Suppen, die wir als Vorspeise wählen, sind bereits ein wunderbarer Genuss. «Was ist denn das?», lacht mein Mann und hält mir auf seinem Suppenlöffel einen Stein entgegen. Die Sapüner Steisuppa macht ihrem Namen alle Ehre. Die Capuns und die Bündner Krautpizokels schmecken ebenso gut. Wir verputzen alles bis auf den letzten Biss. Dafür haben wir keinen Platz mehr fürs Dessert und müssen die selbstgemachten Glaces beim nächsten Besuch probieren. Beim Verdauungsspaziergang rund ums Heimeli wird uns die einmalige Lage des Berghauses noch einmal bewusst. Vom Himmel strahlt ein grandioser Sternenhimmel. Zufrieden und entspannt verbringen wir die Nacht in diesem Bergidyll. Sind daran vielleicht auch die Arvenspäne schuld, die über meinem Kopf an der Wand in einem Stoffsack hängen?

Heimeli Sapün (Foto: © Esther Mattle) Heimeli Sapün (Foto: © Esther Mattle)

Ein feines Birchermüesli erwartet uns am nächsten Morgen an unserem Tisch. Dazu gibt es Orangensaft, zwei Sorten frisch gebackenes Brot und kreative, selber gemachte Marmelade, in der wir sogar Basilikum entdecken. Die Wurst- und Käseplatte ist regional und schmeckt sehr fein. Nach dem gemütlichen Start in den Tag packen wir unseren Rucksack. Wir sind uns beide einig, dass wir im Heimeli gerne länger bleiben würden. Aber es wartet ja noch ein Highlight auf uns.

Den Schlitten haben wir nämlich nicht nur für den Gepäcktransport hier hochgezogen. Der Weg, den wir gestern gegangen sind, wird auch als Schlittelweg benutzt. Wenn man keinen Schlitten mitbringt, kann man sich im Heimeli einen ausleihen. Von unserem Startpunkt schaue ich noch ein letztes Mal aufs Heimeli hinunter: «Bis bald wieder, du schönes Bergparadies!» Der Aufenthalt im Heimeli hat richtig gut getan und uns neue Energie für den Alltag geschenkt. Dann setzen wir uns auf den Schlitten und fahren bei schönstem Winterwetter zurück in die Zivilisation.

Schlittelweg in Sapün (Foto: © Esther Mattle) Schlittelweg in Sapün (Foto: © Esther Mattle)
Esther Mattle
Esther Mattle

Esther wohnt mit ihrer Familie in Maienfeld. Über ihre Ausflüge und Reisen in Nah und Fern schreibt sie auf ihrem Reiseblog Travel Sisi.

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