Allegra, in Graubünden sind Freizeitangebote ausgesetzt. Gerne inspirieren wir Sie für eine spätere Reise.
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Graubünden Ferien Schweiz

Unterwegs mit dem Skilehrer Berto Tanner

Ein vielseitiger Skitag in Savognin

Mein Ziel Savognin. Dieser alte Werbeslogan steckt noch in vielen Köpfen. Doch sind Sie in Savognin schon mal Ski gefahren? Es lohnt sich. Das Gebiet steckt voller Überraschungen, besonders in Begleitung von Berto Tanner.

Von Franco Furger

Der Skilift hat uns praktisch bis auf den Gipfel gebracht, nun stehen wir auf dem Piz Cartas: 2713 Meter über Meer, der höchste Punkt des Skigebiets Savognin. Das Panorama ist einfach gewaltig, je nach Richtung, in die wir schauen, sind die Bergketten völlig anders geformt, manche Gipfel sind kantig und schroff, andere sanft und hügelig, wieder andere steil und felsig.

Er kennt die Bündner Berge wie seine Skijackentasche

Unser Skilehrer erklärt: «Schaut! Ganz hinten ist der Piz Bernina zu erkennen. Dort drüben liegt das Jakobshorn bei Davos. Hier seht ihr den Vorab von Laax und da die Lenzerheide.» Wir sehen vor allem imposante Berge und staunen über die Fernsicht und die Orientierung von Berto.

«Skifahren ist mein Beruf und meine Leidenschaft.»

 

Als langjähriger Skilehrerexperte kennt Berto alle bekannten Skigebiete der Schweiz, diejenigen in Graubünden sowieso. Am besten ist er jedoch mit seinem Heimgebiet Savognin vertraut, in welchem wir heute seit dem frühen Morgen unterwegs sind.

Wer in Savognin Ski fährt, erlebt abwechslungsreiche Landschaften

Tausendfach gefahren und noch immer gut

«Nun wartet die Heidipiste, eine der schönsten und längsten Pisten», sagt Berto und fährt voraus. Seine Schwünge sind immer noch so rhythmisch und präzise wie am Vormittag. Er ist bereits im Pensionsalter, doch seiner Skitechnik und Kondition ist nichts anzumerken. Jedes Mal, wenn Berto am Pistenrand wartet, empfängt er uns mit einem fröhlichen Lachen. Man sieht ihm förmlich an, dass er richtig gerne Ski fährt, auch wenn er die Pisten hier schon tausendfach gefahren ist.

Die extra breite Heidipiste ist eine von Bertos Lieblingspisten

Die Verhältnisse sind traumhaft: Sonne pur und der Schnee auch am Nachmittag herrlich griffig. Und ja, die Heidipiste ist wirklich eine super Piste, breit und das Gefälle genau richtig, um Gas zu geben. Zum Glück legt Berto Pausen ein, in einem Zug würden wir die lange Abfahrt hinunter nach Radons nicht schaffen.

Von einer Welt in die nächste

Unten überrascht uns Savognin erneut. Plötzlich fahren wir auf unseren Skiern mitten durch eine malerische Maiensäss-Siedlung. Ein Holzriegelhaus reiht sich ans nächste, so dass wir uns wie in einer anderen Welt fühlen.

Radons (Foto: © Franco Furger) Radons (Foto: © Franco Furger)
In der Maiensäss-Siedlung Radons ist die Zeit wie stehen geblieben

Im Restaurant Tigia legen wir eine Pause ein. Wir trinken den Huuskafi mit viel Rahm und lauschen gespannt den Geschichten von Berto. Das nahe Berghuus Radons habe bereits in den 40er-Jahren die ersten Skitourengänger beherbergt, weiss er. Und in den 70er-Jahren sei Radons mit einer Gondelbahn, damals die längste der Welt, erschlossen gewesen. Als Beweis zeigt uns Berto bei der Weiterfahrt das Gebäude der ehemaligen Mittelstation.

Im Tigia lässt es sich gut auf einen gelungenen Skitag anstossen

Pionier im Betrieb von Schneeanlagen

Und natürlich erzählt er uns, wie die Bergbahnen Savognin im Jahr 1978 zum ersten Mal Wasser unter viel Druck durch feine Düsen pressten und selber Schnee produzierten. In der Folge reisten Bergbahndirektoren aus ganz Europa nach Savognin, um sich diese wunderlichen Schneemaschinen anzusehen, welche die Bergbahnbranche grundlegend verändern sollten. Man habe die ersten Schneeerzeuger von einer schwedischen Firma gemietet, sagt Berto, da ein Kauf viel zu teuer gewesen wäre.

Schöne Pisten, schöne Berge: im Hintergrund der Savogniner Hausberg Piz Mitgel mit Tinzenhorn und Piz Ela

Berto Tanner hat die Entwicklung und Wandlung des Skisports hautnah miterlebt. Seit 1971 ist er Skilehrer in Savognin, von 1998 bis 2016 war er Leiter der Schweizer Schneesportschule Savognin, die in der Hochsaison bis zu 70 Lehrer beschäftigt. Besonders am Herzen sind ihm stets die Kinder gelegen, denn er ist überzeugt: «Dort wo du Skifahren gelernt hast, da kehrst du immer wieder gerne zurück.»

«Wir sind prädestiniert für Kinder und Familien.»

 

Berto hat sich deshalb für den Ausbau des Kinderskiparadies in La Nars stark gemacht, als gelernter Zimmermann hat er viele Bauarbeiten dafür gleich selber ausgeführt. Er hat den «Pinocchio-Express» beschafft, ein Bummelzug, der die Kinder vom Skischulbüro zum Übungshang führt. Und er hat die Kinderpiste «Flurin» mitinitiiert.

Kinderpiste «Flurin» in Savognin (Foto: © Franco Furger) Kinderpiste «Flurin» in Savognin (Foto: © Franco Furger)
Spass für Klein und Gross: die Kinderpiste Flurin

Natürlich sind auch wir die Flurin-Piste gefahren und haben uns an den leichten Steilwandkurven, den Wellen und Mulden und den zahlreichen Tierfiguren am Rand der Piste erfreut.

Kupiertes Gelände sorgt für viel Fahrspass

Und Berto hat uns viele weitere Highlights gezeigt. Zum Beispiel die Abfahrt vom Piz Martegnas (2670 m ü. M.) zum versteckten Skilift Laritg, wo dank der Nordausrichtung auch noch im Frühling der Pulverschnee lockt, oder die Traumpiste nach Naladas und die FIS-Piste nach Tigignas. Das Gelände ist oft kupiert, was zum verspielten Fahren einlädt, aber auch Konzentration und Vorsicht erfordert.

Weitverzweigt und trotzdem übersichtlich: die Pisten in Savognin

Familiäre Stimmung am Berg

Wo wir auch hinkommen, wird Berto bereits von weitem gegrüsst. Ob Bahnangestellte, Servicepersonal oder ehemalige Skigäste, alle halten einen kurzen Schwatz mit ihm. Uns gefällt die familiäre und lockere Stimmung am Berg, Hektik scheint hier niemand zu verspüren.

Ausstieg aus der nigelnagelneuen 10er-Gondelbahn

«Auch wenig geübte Skifahrer können hoch auf den Gipfel.»

 

Zum Abschluss wollen wir von Berto wissen, was das Skigebiet Savognin auszeichnet. «Wir haben breite Pisten in allen Hanglagen, so findest du immer guten Schnee. Das Gebiet ist übersichtlich, aber trotzdem vielseitig. Und auch der wenig geübte Skifahrer kann vom Gipfel bis ins Tal fahren», antwortet er. Uns beeindruckt zusätzlich, wie lange viele Pisten sind und wie weitverzweigt das Gebiet ist.

Unser Tipp: In der Nachmittagssonne nach Radons fahren, wenn die Sonne die mächtigen Felsformationen gegenüber erhellt. Der Blick auf den Piz Arblatsch (3202 m ü. M.) und Piz Forbesch (3261 m ü. M.) ist umwerfend und zeigt, wie klein wir Menschen doch sind.

Mächtig schön: Piz Arblatsch und Piz Forbesch

Das Skigebiet Savognin in Zahlen

  • 9 Bahnanlagen
  • 22 Pisten
  • 9 Bergrestaurants
  • Snowpark, Kinderpiste und Kinderskiparadies
  • Verschiedene Fuss- und Schlittelwege
Franco Furger
Franco Furger

Franco Furger ist in Pontresina aufgewachsen. Als Profi-Snowboarder tourte er um die Welt. Später liess er sich zum Journalisten und Texter ausbilden. Zurzeit arbeitet er als freischaffender Texter und Konzepter bei Cloud Connection in St. Moritz.

Skeacher (Foto: © Thalia Wünsche)
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