Graubünden Ferien Schweiz

Besonderes Familienerlebnis im Ap ‘n Daun

Kletterspass in der Alpenstadt

Bouldern und klettern im Ap `n Daun in Chur begeistert die ganze Familie. Die zahlreichen Routen mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden fordern sowohl die Kinder als auch die Eltern – und bereiten ihnen vergnügliche Stunden im modernen Kletterzentrum.

Von Anita Fuchs

«Wow, das ist ja ein grosses Gebäude», sagt Seraina. «Und schön ist es auch», ergänzt Ladina. Wie angewurzelt bleiben die beiden Mädchen wenige Schritte vor dem Kletterzentrum «Ap `n Daun» mit seiner dunklen Holzfassade stehen. «Papi, waren wir nicht schon einmal hier?», fragt Ladina. «Ja, du besuchtest in den Sommerferien, bevor du in die erste Klasse kamst, einen Kletterkurs innerhalb des Ferienpasses. Das war zwar auch im `Ap `n Daun`, allerdings noch am alten Standort», antwortet mein Mann.

«Hier befindet sich das `Ap `n Daun` erst seit dreieinhalb Jahren», kläre ich meinen Mann und meine beiden Töchter auf. «Und es ist eine der grössten und modernsten Kletteranlagen der Schweiz.» «Wirklich?», fragt Seraina erstaunt. «Das will ich aber sehen.» Hastig zupft sie Papi am Arm und zieht ihn Richtung Eingang. «Hallo, ich bin der Luca», sagt der junge Mann hinter der Empfangstheke und streckt der Kleinen den rechten Arm zur Begrüssung entgegen. «Und ich bin Seraina.»

Am Empfang im Kletterzentrum «Ap ‘n Daun» in Chur.

«Bewertungen? Das sind doch keine Prüfungen»

Freundlich und verständlich instruiert uns Luca Joos, zeigt uns unter anderem das Benutzerreglement und erkundigt sich nach Kletterkenntnissen. Da lediglich mein Mann über solche verfügt, darf auch nur er sichern. Vorerst ist dies aber nicht nötig: Die Mädchen eilen schnurstracks zum Boulderraum auf dem ersten Obergeschoss. Sofort fassen sie, wenige Meter voneinander entfernt, die Griffe und klettern hoch. Immer und immer wieder. «Wow, ist das cool!», sagt Ladina, während sie auf die weiche Matte hinunterspringt.

Familie Fuchs im Boulderraum des Kletterzentrums in Chur.

Ihre jüngere Schwester inspiziert zwischenzeitlich die verschiedenen Wände und entdeckt ungewohnte Begriffe. «Sitzstart. Bequem. Brav. Bockig. Bombig. Brachial. Top», liest sie mit kurzen Abständen zwischen den einzelnen Bezeichnungen. «Was bedeuten diese Wörter?», fragt sie. «Das sind Bewertungen der einzelnen Routen», erkläre ich. «Bewertungen?», fragt die Neunjährige. «Das sind doch keine Prüfungen?» «Natürlich nicht. Hier gibt es keine Noten.»

Bouldern unter freiem Himmel

Jetzt macht auch Ladina eine Pause. «Was heisst eigentlich Bouldern?», fragt sie. «Das ist Klettern ohne Seil und Gurt auf Absprunghöhe», erklärt ihr Papi. «Im ‘Ap `n Daun’ ist dies auf nicht weniger als 110 Routen möglich», ergänze ich. «Was?!», staunen die Mädchen. «Das glaube ich nicht!», so Seraina kopfschüttelnd. «Dann komm mal mit», sagt Papi und zeigt ihr ein Geschoss weiter oben einen weiteren Boulderraum. «Hier dürft ihr aber nicht rein; der Zutritt ist erst ab 13 Jahren erlaubt.» «Mmh!», murrt Seraina.

Wenig später ist auch die Drittklässlerin wieder vollends glücklich. «Holt eure Jäckchen in der Garderobe; wir gehen nach draussen», sage ich. Die Mädchen rennen die Treppe runter und mindestens gleich so schnell wieder hoch.» Nahezu ausser Atem kommen sie im dritten Obergeschoss an. Papi öffnet die Tür zur Dachterrasse, auch über sein Gesicht huscht ein Lächeln. «Der Boulderblock unter freiem Himmel ist ja der Hammer», meint er.

Bouldern unter freiem Himmel.

Stärkung im Bistro

Nach mehrmaligem «Ap `n Daun» verspürt er Lust auf mehr: «So, jetzt gehen wir Klettern.» «Ich habe aber Durst», sagt Seraina. «Ich auch», so Ladina. Im Bistro bestellen sie Getränke und setzen sich auf einen Stuhl. «So, nun seid ihr gestärkt», sage ich und fordere sie zum Weiterklettern auf. Wir marschieren zum Schulungsraum hoch, wo Andrea Hohermuth den Mädchen und mir beim Anziehen des Klettergurtes hilft und meinem Mann das Sichern erklärt.

Andrea Hohermut vom «Ap 'n Daun» hilft Ladina beim Anziehen des Klettergurts.

Erst klettern die weiblichen Familienangehörigen, stets abwechselnd und gesichert von meinem Mann, im Schulungsraum. Hier sind die Wände noch nicht so hoch. Schnell lockt die Herausforderung der Haupthalle – inklusive Galerie, abwechslungsreichen Wandstrukturen und einer Vielzahl installierter Seile. Die Mädchen laufen hin und her, irgendwann entscheiden sie sich für eine Route. Papi sichert Ladina, schnell rückt sie in immer weitere Entfernung.

Gesichert von Papi klettert Ladina flink die Wand hoch.

«Oh Gott, ist das hoch!»

Bald ist die Zwölfjährige ganz oben und schaut hinunter. «Oh Gott, ist das hoch!», ruft sie. «Jetzt bist du 15 Meter über dem Boden», sagt Papi. Zaghaft seilt sie sich ab und lächelt, unten angekommen, zufrieden. Seraina tut es ihr gleich. Die Mädchen sind unersättlich, wechseln sich und die Route stets ab. Und ich? Ich darf nur sporadisch klettern. «Was denkt ihr, wie viele Routen es hier gibt?», frage ich sie. Seraina schätzt 50, Ladina 120. «180», gebe ich die korrekte Antwort. «Die Zahlen und Symbole beschreiben den Schwierigkeitsgrad.»

Seraina hängt sich, gesichert von ihrem Papi, ins Seil.

Nun möchte auch mein Mann endlich einmal klettern. Er sucht sich einen der vier Sicherungsautomaten aus und seilt sich an. Schwuppdiwupp, schon ist er einige Meter ab Boden und bald oben. «Poah, Papi ist ja schnell», meint Ladina erstaunt. Zuschauen ist den Mädchen aber zu langweilig. Sie gehen, begleitet von mir, zum Bouldern – und vergessen gar den Klettergurt auszuziehen. «Wer kann den schwierigeren Boulder?», fordert Seraina ihre Schwester zum Duell auf. «Das ist egal – Hauptsache, wir haben Spass.» Diesen haben nicht nur sie.

Anita Fuchs
Anita Fuchs

Anita Fuchs lebt in Jenins und betätigt sich gerne sportlich.

Wir verwenden Cookies und Tracking-Technologien gemäss unserer Datenschutzerklärung, um Ihnen das beste Web-Erlebnis zu bieten. Zur Datenschutzerklärung