Graubünden Ferien Schweiz

Naturkosmetik aus dem Bergdorf Soglio

Gepflegt dank Geissenbutter, Schafmolke und Kastanien

In Castasegna im Bergell können Besucher einen Rundgang durch die Manufaktur der Firma SOGLIO-Produkte machen und dabei einiges über die Herstellung von natürlichen Körperpflegeprodukten erfahren. Zum Beispiel, dass man auch aus Kastanien Kosmetik herstellen kann.

Von Franco Brunner

Dieser Duft. Es ist eine Mischung aus Ölen, Kräutern und Blüten. Ungemein wohltuend. Die Besuchergruppe, die sich im kleinen Eingangsbereich beinahe ein wenig auf den Füssen steht, spricht nicht viel, es wird in erster Linie gerochen. Grund für den doch ansehnlichen Menschenauflauf an diesem Mittwochmorgen im Verkaufsladen der SOGLIO-Produktionsstätte in Castasegna ist der anstehende geführte Rundgang durch die Manufaktur. Die Leute scheint es zu interessieren, wie hier, in diesem ehemaligen Hotelgebäude, unmittelbar an der Grenze zu Italien, diese natürlichen SOGLIO-Körperpflegeprodukte entstehen, die man schweizweit in Claro-Läden, Drogerien, Apotheken oder ausgewählten Hotels erhält.

Kastanienfestival im Bergell Kastanienfestival im Bergell

Hygiene muss sein

Verena Koller nimmt die Besuchergruppe mit auf den Rundgang durch das altehrwürdige Haus. Erst mal werden Schuhüberzüge und Kopfhauben ausgeteilt. Sieht zwar nicht gerade vorteilhaft aus, doch Hygiene ist bei der Produktion von Körperpflegeprodukten ein ganz zentraler Aspekt. Die nette Dame führt die Gäste in den Kräuterraum, wo Kräuter für einen Jahresbedarf gelagert werden. Dann geht es durch die Lager-Spedition, wo Frau Chiesa gerade ein Päckchen zusammenstellt, das online bestellt wurde.

Weiter geht die Reise über ein kleines Kontrolllabor hinauf in den zweiten Stock. Ein Angestellter bereitet hier mithilfe einer Maschine gerade Geissenbutter für die Creme-Herstellung vor. Nebenan versieht eine Angestellte die kleinen Fläschchen der hauseigenen Parfümmarke mit den Etiketten – von Hand. Ihre Kollegin füllt an einer Drehmaschine derweil Fusscreme-Tuben auf.

Kastanienfestival im Bergell Kastanienfestival im Bergell

Von Verena Koller erfährt man, dass 95 Prozent der Kräuter, Geissenbutter, Schafmolke, Blüten, ätherischen Ölen und anderen verwendeten Rohstoffen von Produzenten vor Ort stammen. Und die restlichen fünf Prozent von Biobauern aus Graubünden. Auch erklärt Koller, dass – passend zum aktuellen Kastanienfestival – die SOGLIO-Produktelinie aktuell drei Kastanien-Artikel beinhalte. Ein Rasieröl, ein Haarwasser sowie eine Sonnencreme.

Begonnen hat die Geschichte der SOGLIO-Körperpflegeprodukte 1979 in einem kleinen, zu einem Labor umfunktionierten Raum in einem Wohnhaus in Soglio. Dort experimentierte der Basler Chemielaborant Walter Hunkeler mit Geissenbutter, aus der er gemeinsam mit seiner Frau eine Rheumasalbe und ein Massagebalsam entwickelt hatte. Bald schon merkte Hunkeler, dass das Geschäft mit naturnahen Produkten durchaus Potenzial hatte. Die Firma SOGLIO zog nach Castasegna in die leer stehenden Räumlichkeiten des ehemaligen Hotels «Croce Bianca» um. Das war vor rund 35 Jahren. Heute zählt das SOGLIO-Sortiment über 50 verschiedene Produkte und das Unternehmen beschäftigt mittlerweile insgesamt 16 Mitarbeitende. Zwei aus dem nahe gelegenen Italien, die restlichen 14 allesamt aus der direkten Umgebung.

Geheim bleibt geheim

Nein, nein, wie genau diese herrlich duftende Körpermilch hergestellt werde, könne sie natürlich nicht verraten, entgegnet Verena Koller am Ende des Rundgangs eine Frage aus der Besuchergruppe. «Das ist selbstverständlich ein Geheimrezept.» Nicht geheim ist derweil, dass die SOGLIO-Produktelinie sich stetig verändert und weiterentwickelt. So seien beispielsweise alleine im vergangenen Jahr vier neue Produkte hinzugekommen, erklärt Koller. Vielleicht ist eine dieser vier Neuheiten ja im kleinen Abschiedspräsent vorhanden, das jeder der Besucher mit nach Hause nehmen darf. Duften tut es aus der Tasche mit den Musterprodukten jedenfalls schon wieder so typisch SOGLIO-wohltuend.

Franco Brunner
Franco Brunner

Franco lebt in Domat/Ems, fühlt sich aber überall in Graubünden zuhause.

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