Graubünden Ferien Schweiz

Älplibahn Malans

Die quietschgelbe Gute-Laune-Bahn

Älplibahn Malans, Heidiland

An einem schönen heissen Sommertag machte ich mich mit meiner Tochter auf, um die Älplibahn in Malans zu besuchen. Eines gleich vorweg: Auf dem Älpli gibt es weder die trendige Erlebnisgastronomie noch den ultimativen Bikepark. Aber dafür eine atemberaubende Aussicht, herzliche Gastfreundschaft – angefangen schon bei der Begrüssung an der Talstation – frisch gekochte Hausmannskost sowie jede Menge Ruhe und Natur.

Von Seraina Bertschinger

Die Älplibahn blickt auf eine lange bewegte Geschichte zurück. Durch die Schweizer Armee erstellt, transportierte sie als erste konzessionierte Luftseilbahn Graubündens ab 1941 Soldaten und militärische Güter. 1945 erfolgt schliesslich die Freigabe für den Zivilverkehr. Mit 3,5 Kilometer Fahrlänge gehört die Älplibahn zu den längsten der Schweiz, und bis heute ist sie auch die Bahn, welche die meisten Höhenmeter ohne Zwischenstation überwindet.

Die gelben Gondeln der Älplibahn versprühen einfach gute Laune.

Kurz vor dem Abbruch begann die eigentliche Erfolgsgeschichte

Aufgrund dringend erforderlicher Erneuerungen musste die beliebte Bahn 1973 ihren Betrieb einstellen, und 1980 erwog man sogar den Abbruch. Dies rief eine Gruppe engagierter Älplibahn-Fans auf den Plan, welche kurzerhand einen Verein und später eine Genossenschaft gründeten, die das notwendige Kapital für die Sanierung zusammenbrachte.

In vielen Stunden Fronarbeit, und auch dank der Unterstützung des Militärs und verschiedener Grossbahnen, konnte die Älplibahn schliesslich 1982 wieder in Betrieb genommen und 1989 sogar von einer auf zwei Kabinen ausgebaut werden. Um den Betrieb sicherzustellen, stehen heute über 200 Freiwillige im Einsatz – vom Maschinisten bis zum Team im Beizli der Bergstation.

Was macht die Älplibahn Malans einzigartig?

1200 gemütliche Höhenmeter

Bereits an der Talstation wird man durch die Maschinisten – meist ältere Herren – freundlich empfangen und in das bereitstehende Bähnli verfrachtet. Die Älplibahn transportiert maximal 32 Gäste pro Stunde. Dies hat den überaus positiven Nebeneffekt, dass es auf dem Älpli auch bei schönstem Wetter nie überlaufen ist.

Entspannt lassen wir uns also beeindruckende 1200 Höhenmeter nach oben transportieren und sind bereits während der Fahrt von der atemberaubenden Aussicht über das ganze Churer Rheintal und die Herrschaft begeistert.

Mit Entzücken entdeckt meine Tochter eine Rehgeiss, die sich vom Gerumpel des Bähnli nicht beim Fressen stören lässt, und weiter oben erspähen wir aus der Kabine gelb leuchtende Eierschwämmchen. «Die haben ja dieselbe Farbe wie das Bähnli!», stellt meine Tochter fest. Wo sie recht hat, hat sie recht!

Bereits aus der Gondel geniesst man wunderbare Ausblicke in alle Richtungen Bereits aus der Gondel geniesst man wunderbare Ausblicke in alle Richtungen
Bereits aus der Gondel geniesst man wunderbare Ausblicke in alle Richtungen.

Diese Aussicht – diese Ruhe

An der Bergstation werden wir wiederum freundlich in Empfang genommen. Es fühlt sich wunderbar familiär an hier oben. Und die gemütliche Terrasse des Beizli lädt zum Verweilen ein, zumal einem das Büffet mit den hausgemachten Kuchen natürlich sofort ins Auge sticht. 

Zuerst einmal sind wir jedoch hin und weg vom Panorama. Es gibt so viel zu entdecken. Unzählige Berggipfel wollen benannt sein, die Dörfer des Churer Rheintals liegen wie Spielzeughäuser zu unseren Füssen, und das Ganze wird durch das Gebimmel der Kuhglocken der benachbarten Alp perfekt «musikalisch» untermalt.

Während ich mir einen Kaffee und ein Stück hausgemachten Aprikosen-Streuselkuchen gönne, lässt sich meine Tochter durch die zahlreichen Schmetterlinge begeistern, die dank der vielen bunten Blumen auf der Terrasse herumflattern.

Der Ausblick ist einfach sagenhaft. Und die liebevoll gepflegte Blumenpracht bildet den perfekten Rahmen dafür.

Ein Wanderparadies

Das Küchenteam auf dem Älpli kocht jeden Tag ein frisches Mittagsmenü und bäckt feine Kuchen. Möchte man einfach nur geniessen, kann man sich auch problemlos für ein entspanntes Mittagessen nach oben gondeln lassen, und für Gruppen öffnet die Älplibahn auf Anfrage auch am Abend. 

Die meisten Besucher kommen jedoch zum Wandern hierher. Und das tun sie zu recht. Direkt bei der Bergstation gibt es eine grosse liebevoll gestaltete Info-Tafel, die einen detaillierten Überblick über die verschiedenen Wandermöglichkeiten zeigt.

Der Klassiker ist die Besteigung des Vilans, welcher ab der Bergstation in rund zwei Stunden zu erreichen ist. Dazu gibt es eine Vielzahl weiterer Möglichkeiten – vom einstündigen gemütlichen Spaziergang bis hin zur anspruchsvollen siebenstündigen Tagestour ist alles möglich.

Die Älplibahn fährt von 8.00 bis 17.00 Uhr alle 15 Minuten (am Wochenende oder bei grossem Bedarf werden die Zeiten ausgedehnt). Die Platzreservation macht man am besten gleich telefonisch unter 081 322 47 64.

Weitere Informationen

Seraina Bertschinger
Seraina Bertschinger

Seraina Bertschinger ist auf der Lenzerheide aufgewachsen und wohnt heute in Felsberg. Mit ihrer Familie entdeckt sie die Bündner Bergwelt ständig neu.

Wir verwenden Cookies und Tracking-Technologien gemäss unserer Datenschutzerklärung, um Ihnen das beste Web-Erlebnis zu bieten. Zur Datenschutzerklärung