Graubünden Ferien Schweiz

Viamala: Schlittelplausch Sarn Heinzenberg

Klein, fein und familiär

Sarn Heinzenberg (Bild: Nico Schaerer)

Die Wintersportdestination Sarn Heinzenberg punktet nicht mit Gigantismus, sondern mit Authentizität und einem familiengerechten Angebot. Gigantisch wiederum ist die Schönheit der umliegenden Natur – ja, der Heinzenberg soll gemäss einer jahrhundertealten Quelle gar der schönste Berg der Welt sein. Und dazu ein idealer Ort für ein rasantes Schlittelabenteuer.

Von Martin Hoch

Seine Finger gleiten über die Tasten. Flink und erfahren. Am Ende des Stücks klatscht das Publikum frenetisch. Anton Kalberer gibt sein Konzert nicht etwa in einem Konzertsaal, sondern im Bergrestaurant Dultschinas im kleinen, familiären Wintersportgebiet Sarn Heinzenberg. Und dies täglich. Kalberer ist der Besitzer des Gasthauses. Er sagt, und dabei schwingt Stolz mit: «Wir sind schweizweit das einzige Bergrestaurant mit zwei Flügeln.» Dann tritt er mit seinen Skischuhen wieder in die Klavierpedale und lässt die Finger über die Tasten fliegen.

Anton Kalberer am Flügel. (Bild: Nico Schaerer)

Familienfreundlichkeit im Winterwunderland

Die Aussicht von der Sonnenterrasse des Bergrestaurants ist traumhaft. Geniesser verstehen, weshalb die aus Sarn stammende Dichterin Nina Camenisch einst schrieb:

Wie schön von dieser Alpenhöh’
Malt sich das weite Land!

Tatsächlich «malt sich hier das weite Land», die sanften Hügel, das jungfräuliche Weiss und die urigen Ställe sind einem Gemälde gleich. Noch vor Camenisch, im 17. Jahrhundert, beschrieb der französische Feldherr Herzog Duc de Rohan, ein Weggefährte des Bündner Volkshelden Georg (Jörg) Jenatsch, den Heinzenberg gar als den schönsten Berg der Welt. Ob er das auch ist? Dazu später.

Sarn Heinzenberg ist heute von Dezember bis März vor allem eines: eine Wintersportdestination. Eine kleine, feine. Und setzt dabei auf Familienfreundlichkeit. Hier stimmt für junge Familien das Preis-Leistungs-Verhältnis. Ein Vater von zwei jungen Kindern sagt dann auch: «Für meine Kinder benötige ich kein Dutzend Skilifte.» Seinem Nachwuchs würden die zwei Skilifte und 20 Pistenkilometer bei Weitem reichen.

Idylle von oben. (Bild: Nico Schaerer)

Ein Schlittelgaudi – auch für Erwachsene

Skifahren ist hier am Heinzenberg nicht die einzige Attraktion – fast noch rasanter zu und her geht es beim Schlitteln. Dabei bietet der Hang zwei Möglichkeiten: Eine 3,8 Kilometer lange Schlittelbahn sowie eine sportliche Rodelbahn für alle diejenigen, die mehr Geschwindigkeit vorziehen. Der Sessellift bringt einen von der Talstation Lescha hoch nach Dultschinas. Runter geht es mit Blick auf den Piz Beverin über schneereiche Wiesen, vorbei an Maiensässen und Ställen und durch einen zauberhaften Nadelwald.

Schlittel-Abfahrt. (Bild: Nico Schaerer)

Ein riesen Gaudi, nicht nur für die Kinder. Ja, es scheint, schaut man sich die Gesichter unterwegs an, dass die Väter mindestens so viel Spass haben. Auf den geraden Strecken erfasst den einen oder anderen den Rausch der Geschwindigkeit. In den Kurven ist schliesslich Brems- und Steuertechnik gefragt. Dabei punkten die hochwertigen Rodel, die es direkt am Berg zu mieten gibt. Und reichts mit dem Bremsen mal nicht, ist die Landung dank tiefem Schnee weich. Ausserdem muss nach einer Fahrt nicht Schluss sein. Mit den angebotenen Tages- und Kombitickets geht‘s munter rauf und runter. Wird einem dabei kalt, bieten die Hexa-Hütte an der Talstation sowie das bereits erwähnte Bergrestaurant Dultschinas warme Getränke und bodenständige Kost gegen den Durst und Hunger.

Rasante Abfahrt. (Bilder: Nico Schaerer)

Zurück zur Frage, ob der Heinzenberg nun der schönste Berg der Welt ist? Natürlich ist er das. Genauso wie jeder andere Berg in Graubünden.

Schlittel-Spass. (Bild: Nico Schaerer) Schlittel-Spass. (Bild: Nico Schaerer)
Schlittel-Spass. (Bild: Nico Schaerer)
Martin Hoch
Martin Hoch

Martin Hoch war über sieben Jahre auf Reisen. Ob mit der Bahn, Bus, Segelschiff oder umgebautem Bus, wichtig waren ihm die Begegnungen mit Menschen, angetrieben hat ihn die Liebe zur Natur. Zurück in der Schweiz widmet er sich dem Reisejournalismus, bereist noch immer regelmässig die Ferne und ist genauso fasziniert von der Schweizer Bergwelt.

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