Graubünden Ferien Schweiz

Ein Wintererlebnis der Extraklasse

Schneeschuh-Arena Dreibündenstein

An einem Wintertag wie aus dem Bilderbuch starteten wir unser Schneeschuh-Experiment an der Talstation der Brambrüeschbahn in Chur.

Von Seraina Bertschinger

Als passionierte Skifahrer kannten wir das Schneeschuhlaufen bisher nur vom Hörensagen. Wie uns René Holzner von der AIS-Sportschule in Brambrüesch jedoch telefonisch versicherte, ist das Schneeschuhlaufen in der Schneeschuh-Arena Dreibündenstein auch für komplette Anfänger problemlos möglich, da alle Routen gut bezeichnet und sicher begehbar sind.

Die Brambrüeschbahn bringt Schnee- und Sonnenhungrige direkt aus dem Churer Stadtzentrum mitten in ein Winterwunderland der Extraklasse. Die Anreise ist mit dem ÖV problemlos möglich. So kann man das Auto getrost zu Hause lassen, denn «Dr Bus vu Khur» hält direkt vor der Talstation.

Oben angekommen hat man die Wahl zwischen einem ersten gemütlichen Spaziergang bis zur Talstation des Skilifts, wo sich zwei Restaurants und das Brambus Center der AIS-Sportschule befinden. Möchte man sich dieses erste knapp 15-minütige Wegstück sparen, kann man bequem ins «Tschu-Tschu-Bähnli» einsteigen, welches regelmässig zwischen der Bergstation und dem Einstieg ins Skigebiet hin- und herfährt, und vor allem auch von Kindern heiss geliebt wird.

Im Brambus-Mietcenter kann man sich dann je nach Bedarf komplett ausrüsten lassen. Es stehen hochwertige Schneeschuhe, Crossblades (das sind Schneeschuhe, mit denen man hochlaufen und anschliessend runterfahren kann) sowie verschiedenes Zubehör, wie Stöcke etc. zur Verfügung. Auf Wunsch bietet die Skischule auch geführte Touren an.

Das Schneeschuh-Mekka im Herzen Mittelbündens

Die Schneeschuh-Arena Dreibündenstein verbindet die drei Wintersportgebiete Brambrüesch, Feldis und Pradaschier für Schneeschuhwanderer. Die Routen sind professionell signalisiert und führen aus drei Richtungen zur Hochebene Dreibündenstein, wodurch sich eine Vielzahl an Möglichkeiten für abwechslungsreiche Rundtouren eröffnen. Wir entscheiden uns für die 13 Kilometer lange Rundroute mit der Bezeichnung «GR 4», welche uns auf den Dreibündenstein und wieder zurück nach Brambrüesch führt.

Ein erster knackiger Aufstieg unter Zuckerguss-Tannen

Voller Tatendrang stapfen wir also los, zuerst ein Stück dem Skilift entlang, danach rein in den tief verschneiten Winterwald. Die Tannen sehen aus, als ob sie mit dickem Zuckerguss überzogen wären, auf jeder Lichtung erwarten wir ein Lebkuchenhaus. Der anfängliche Aufstieg ist recht knackig und bringt uns schnell einmal ins Schnaufen und Schwitzen.

Unsere erste Erkenntnis: Schneeschuhlaufen ist kein Wettrennen! Besser einen Gang zurückschalten und dafür umso mehr den Wald, die Stille und den glitzernden Schnee geniessen und vor allem auf sich wirken lassen. Schritt für Schritt steigen wir so unserem Ziel entgegen und kommen aus dem Staunen gar nicht mehr heraus.

Schneeschuh-Arena Dreibündenstein (Bild: Seraina Bertschinger) Schneeschuh-Arena Dreibündenstein (Bild: Seraina Bertschinger)

Abkürzen – warum auch nicht?

Kurz vor dem Spundisseeli führt die Route aus dem Wald heraus auf eine erste Hochebene, von wo aus wir einen wunderbaren Rundblick in Richtung Flims und die Surselva geniessen. Zeit für unseren mitgebrachten heissen Tee aus der Thermosflasche.

Unsere zweite Erkenntnis: Das Zwiebel-Prinzip ist beim Schneeschuhlaufen ausschlaggebend für das Wohlbefinden, denn beim Aufstieg durch den Wald bekommen wir schnell einmal sehr warm und müssen uns einiger Wärmeschichten entledigen, in den Pausen ist man dann jedoch gut beraten, sich schnell wieder etwas überzuziehen.

Nach der kurzen Verschnaufpause – mit vielen Ohs und Ahs wegen des Panoramas – nehmen wir den nächsten Anstieg zur Talstation der Sesselbahn Furggabüel in Angriff. Dort angekommen entscheiden wir uns spontan, die nächsten Höhenmeter mit der Sesselbahn zurückzulegen, was problemlos möglich ist. Für fünf Franken bekommt man vom freundlichen Liftangestellten ein Ticket ausgehändigt, und schon schwebt man gemütlich dem nächsten Gipfel entgegen.

Diese Weite!

Die Bergstation Furggabüel liegt auf 2170 Meter über Meer. Hier eröffnet sich einem die schier unglaubliche Weite des Hochplateaus rund um den Dreibündenstein. Dazu geniesst man den kompletten Rundumblick: Die Surselva, das Calandamassiv, das Churer Rheintal, die Schanfigger und Lenzerheidner Berge. Hier bleiben wir einfach für eine ganze Weile stehen und freuen uns von Herzen, dass wir uns auf dieses Schneeschuh-Experiment eingelassen haben.

Wir machen uns auf das letzte Wegstück zum geschichtsträchtigen Dreibündenstein. Der Punkt ist nach Definition kein Berggipfel, sondern erlangte seine Bedeutung vielmehr als historischer Ort: Er war einziger dreifacher Grenzpunkt des ehemaligen Freistaats der Drei Bünde. Vor Ort steht eine im Jahr 1915 vom Schweizerischen Alpenclub erstellte Stele. Der alte Grenzstein von 1722 ist im Rätischen Museum ausgestellt.

Rasant zurück ins Tal

Einfach nur glücklich und voller Eindrücke machen wir uns auf den Rückweg nach Brambrüesch. Wir wählen dafür die selbe Route, wie für den Aufstieg inklusive Abkürzung mit dem Sessellift. Natürlich hätten wir unsere Tour auch noch beliebig verlängern können. Die weiterführenden Routen in Richtung Feldis oder Pradaschier sehen wirklich toll aus.

Auf dem Rückweg beschliessen wir deshalb, demnächst eine längere Tour auf den Schneeschuhen einzuplanen. Verlockend ist zum Beispiel die Rundtour von Brambrüesch über den Dreibündenstein ins malerische Feldis. Hier gibt es sogar ein komfortables Rundreise-Ticket im Angebot, alle Bahn- und Busfahrten inklusive.

Wieder zurück in Brambrüesch stärken wir uns in der gemütlichen Battagliahütte. Obwohl wir in den vergangenen knapp fünf Stunden ziemlich ins Schwitzen gekommen sind, fühlen wir uns nach unserem ersten Schneeschuh-Experiment komplett erholt und sind immer noch voller Tatendrang. So mieten wir in der Bergstation der Brambrüeschbahn kurzerhand zwei Schlitten und legen das Wegstück bis aufs Känzeli rasant auf zwei Kufen zurück. Von dort bringt uns die Gondel wieder komfortabel zurück in den Alltag. Und unsere letzte Erkenntnis des Tages ist, dass dies bestimmt nicht unsere letzte Schneeschuhtour gewesen ist. Dreibündenstein – wir kommen wieder!

Seraina Bertschinger
Seraina Bertschinger

Seraina Bertschinger ist auf der Lenzerheide aufgewachsen und wohnt heute in Felsberg. Mit ihrer Familie entdeckt sie die Bündner Bergwelt ständig neu.

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