Graubünden Ferien Schweiz

Trail Crew Davos Klosters

Im Dauereinsatz für den perfekten Weg

Ihr Arbeitsplatz sind die zahlreichen Bergwege in der Region Davos Klosters. Dort betreibt die fünfköpfige Trail Crew um Jann Guler mit grossem Einsatz und Leidenschaft Tag für Tag Trailpflege und beugt Landschaftsschäden vor. Ein Besuch am Flüelapass.

Von Franco Brunner

Montagmorgen. Die Sonne strahlt bereits in ihrer ganzen Pracht. Keine Wolke ist am stahlblauen Himmel auszumachen. Ein Traumtag. Ideal für eine kleine Bergwanderung. Also dann, auf geht’s. Der Weg führt vom Parkplatz des Gasthauses «Tschuggen» an der Flüelapassstrasse vorbei an der kleinen, fast schon bilderbuchartig wirkenden Tschuggen-Kapelle. Es wird wärmer und wärmer. Nach den ersten paar Kurven wird der Pfad steiler und die Schweissperlen auf der Stirn zahlreicher.

 

Es herrscht absolute Ruhe. Die Verkehrsgeräusche von der Strasse sind mittlerweile völlig verstummt. Natur pur. Man wähnt sich beinahe schon in einer anderen Welt. Dann – nach ein paar Minuten friedvollem Fussmarsch – erklingen plötzlich Stimmen von weiter oben am Berg. Das müssen sie sein, die Männer der Trail Crew Davos Klosters. Denn just hier, auf dem Trail vom Flüelapass hinunter nach Tschuggen, liegt gemäss der Crew-Koordinatorin Sandra Gredig der heutige Arbeitsplatz des fünfköpfigen Teams.

Trail Crew Davos Klosters

Für Mensch und Umwelt

Und tatsächlich. Da stehen sie, die fünf Mannen rund um Crew-Leiter Jann Guler. Jeder von ihnen arbeitet mit Schaufel und Pickel ausgerüstet an einer anderen Stelle des Trails. «Ja, es gibt wohl tatsächlich schlechtere Arbeitsplätze als diesen», sagt Guler lachend als der Gast – zugegebenermassen etwas ausser Atem – bei den Trail-Arbeitern angekommen ist. Zeit die traumhafte Aussicht zu geniessen, haben Guler und seine Kollegen jedoch nicht. 

Die Shaper, wie das Quintett genannt wird, sind von Mitte Mai bis Mitte Oktober täglich auf den zahlreichen Wegen der Region Davos Klosters unterwegs. Ihre Aufgabe ist in erster Linie die Trailpflege. «Unser Ziel ist es, den Weg so attraktiv zu gestalten, dass niemand mehr abkürzen muss», sagt Crew-Mitglied Joos Keller, der gerade eine Art Wasserablauf – einen so genannten Roller – erstellt.

Trail Crew Davos Klosters Trail Crew Davos Klosters

Wichtig ist die Arbeit der vor rund fünf Jahren aus der Initiative der Destination Davos Klosters entstandenen Trail Crew indes nicht bloss, damit sowohl Biker als auch Wanderer stets perfekt präparierte Trails vorfinden. Das Team beugt mit seinem Einsatz auch Erosionen und Landschaftsschäden vor, baut Bachübergänge, schaufelt Erdrutsche weg oder montiert Zaundurchgänge. «Langweilig wird es uns nicht so schnell», sagt Dominik Schless schmunzelt, nachdem er gerade einen grossen Stein wortwörtlich aus dem Weg geschaffen hat.

«Viele der Biker und Wanderer halten an, wenn sie uns sehen und verweilen für einen kurzen Schwatz.»

 

Im Schnitt bearbeitet die Trail Crew jeden einzelnen Weg zweimal im Jahr. Bei stark frequentierten Strecken kann es auch mal mehr sein. Hinzu kommen Spezialeinsätze nach Unwettern und dergleichen. Eine harte, körperlich anstrengende Arbeit. Eine Arbeit aber auch, die, wie Jann Guler sagt, auch sehr geschätzt werde. «Viele der Biker und Wanderer halten an, wenn sie uns sehen und verweilen für einen kurzen Schwatz.» Dabei würden er und seine Kollegen jeweils sehr wohl die Dankbarkeit der Trailbenutzer bemerken. «Hie und da erhalten wir sogar ein Stück Kuchen oder etwas in der Art», verrät Keller.

Trail Crew Davos Klosters

Sehr nahe am Traumjob

Keine Frage, die Trail Crew Davos Klosters tut Gutes. Zum einen für all die Biker und Wanderer, die Tag für Tag auf dem «Singletrail-Paradies der Alpen» – wie die Bike-Destination Davos Klosters nicht von ungefähr genannt wird – unterwegs sind. Zum anderen auch für Umwelt und Natur. Eine Natur, die sich hier oben von ihrer allerschönsten Seite zeigt. Wohl nicht zuletzt deshalb nicken seine Kollegen zustimmend, als Guler sagt, dass die Arbeit als Crew-Mitglied doch ziemlich nahe an das herankomme, was man gemeinhin wohl als Traumjob bezeichnen würde. Obwohl es bei Kälte und Regen schon auch mal ein wenig ungemütlicher werden könne, wie er lachend anfügt.

Von Kälte und Regen ist an diesem Montagmorgen indes weit und breit nichts zu sehen oder zu spüren. Ganz im Gegenteil. Es ist fast zu schön, um wahr zu sein. Dementsprechend schwer fällt der Abstieg – vorbei an all den von der Trail Crew ausgebesserten Stellen. Denn an diesem herrlichen Sommertag in den Davoser Bergen hätte die Rückkehr in die Zivilisation für einmal doch noch gerne etwas auf sich warten lassen können.

Franco Brunner
Franco Brunner

Franco lebt in Domat/Ems, fühlt sich aber überall in Graubünden zuhause.

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