Graubünden Ferien Schweiz

Unterwegs mit Bike-Guide Beni Ott

Im Einsatz für das perfekte Mountainbike-Erlebnis

«Wer verrückt genug ist, geht auf der Lenzerheide biken». So steht es auf dem grossen Werbeplakat bei der Talstation der Rothornbahn. Wie verrückt muss man tatsächlich sein? Einer der es wissen muss, ist Beni Ott, Leiter der Bikeschule Lenzerheide.

Von Seraina Bertschinger

Ein warmer Sommertag im August geht zu Ende. Im Dorfzentrum der Lenzerheide herrscht Ferienstimmung. Wanderer kehren müde und zufrieden mit ihren Rucksäcken von einer Tour zurück und warten auf den gratis Ortsbus. In den Geschäften rund um den Postplatz herrscht auch kurz vor Ladenschluss Geschäftigkeit. Auf den Sonnenterrassen der umliegenden Restaurants blinzeln Ausflügler und Einheimische in die Abendsonne über dem Piz Scalottas. Und mittendrin eine unternehmenslustige Herren-Bikegruppe und ihr Guide Beni Ott, Leiter der Bikeschule Lenzerheide. 

Ideale Voraussetzungen für Biker

Die Bikeschule gehört zur Schweizer Skischule Lenzerheide. Beni Ott ist seit der Gründung im Jahr 2011 als Leiter mit dabei. Diese Woche fährt er mit besagter Gruppe, dem Fun & Bike Team Gürbetal. Man habe sich bewusst für die Lenzerheide entschieden, erzählt Frédéric Beer aus Münsingen, welcher mit seinen Velokollegen schon seit 20 Jahren gemeinsam unterwegs ist. In den vergangenen Jahren waren sie unter anderem auch in Südtirol. Der Entscheid für die Lenzerheide sei ihnen einfach gefallen und er war auch ein bewusstes Ja für Ferien in der Schweiz. Es habe sich herumgesprochen, dass die Lenzerheide sehr viel für Biker tue und dass es hier eine ausgezeichnete Infrastruktur und tolle Landschaft gebe. «Und es ist doch nicht so stotzig, dass man das Gefühl hat, die Berge fallen einem auf den Kopf», schmunzelt Beer.

Landwasserviadukt

Und was meint ihr Bike-Guide dazu? Beni Ott ist ein sympathischer braun gebrannter junger Mann. Man könnte auch sagen er ist ein Biker, wie aus dem Bilderbuch. Sein Sport mache ihm auch nach 25 Jahren noch grossen Spass, meint der gebürtige Schaffhauser, der mit Frau und Kindern in Valbella wohnt. Früher fuhr er profimässig Rennen, war Mitglied der Downhill-Junioren-Nationalmannschaft. Mittlerweile biked er «nur» noch zum Spass, sagt er. Die Liebe zum Rennsport blieb. In den vergangenen Jahren belegte er an verschiedenen Rennen Podestplätze. Seit zwei Jahren ist er auch Swiss-Cycling-Mountainbike-Guide und J+S-Experte.

Downhill am UCI Mountain Bike World Cup 2017, Lenzerheide

Eigentlich wollte er nie als Bike-Lehrer arbeiten, erzählt Ott. Es sei ihm ähnlich ergangen, wie einem Musiker, der auf keinen Fall Musiklehrer werden wolle. Biken war für ihn Hobby und persönliche Herausforderung. Als vor sieben Jahren jedoch das Angebot kam, seine Passion zum Beruf zu machen, packte er die Chance und baute die Bikeschule Lenzerheide mit auf. Zuerst alleine mit einigen Freelancern, die ihn am Wochenende und bei besonderen Anlässen unterstützen. Mittlerweile kann er sich auf ein Kernteam mit elf Guides verlassen, die nebst ihren sonstigen Berufen regelmässig für die Bikeschule im Einsatz sind.

Mountainbike-Paradies Lenzerheide

Ein vielfältiges Angebot – Geheimtipps inklusive

Tagestouren, Privatlektionen, Techniktrainings für Einsteiger und Profis, Kurse für Erwachsene und Kinder. Das Angebot der Bikeschule ist vielfältig und kommt offensichtlich gut an. Dies bestätigt auch Kunde Frédéric Beer. Er würde jederzeit wieder einen Bike-Guide buchen, denn für ihn bedeutet das Qualität pur. Dank der Führung durch Beni Ott würden sie echte Geheimtipps kennenlernen, die sich auch mit GPS und entsprechendem Kartenmaterial nicht so einfach finden liessen. Zudem sei auch der Sicherheitsaspekt nicht zu unterschätzen. «Wenn jemandem aus der Gruppe unterwegs etwas passiert, würde Beni sofort wissen, was zu tun ist. Er ist ein Einheimischer und kennt sich entsprechend aus», erklärt Beer. Dank Beni Otts kundiger Führung würden sie sich hier sehr gut aufgehoben fühlen. Die Touren seien abwechslungsreich und sie hätten noch längst nicht alles gesehen. Auf ein spezielles Highlight angesprochen schwärmt Beer von der Tour vom Parpaner Rothorn nach Arosa, via Ochsenalp nach Tschiertschen bis hinunter nach Chur, und dann via Brambrüesch, Churwalden, Heidbühl wieder zurück zum Ausgangspunkt. Seine Begeisterung ist echt und macht sofort Lust so etwas selber einmal zu erleben.

Rothorn

Glücksfall Bikepark

Ott schaut währenddessen kurz auf die Uhr. Offensichtlich hat er noch Pläne für den Abend. Darauf angesprochen erklärt er, dass er mit einigen Kollegen in Thusis verabredet sei, um – drei Mal darf man raten – einen neuen Trail auszuprobieren. Was er besonders an seinem Beruf mag? Es sei die Abwechslung und die Möglichkeit, seine Faszination fürs Biken weiterzuvermitteln. Es mache ihm beispielsweise grossen Spass einem Kunden zu helfen seine Technik zu verbessern, um dadurch wirklich besser fahren zu können. Der Bikepark bei der Rothornbahn sei dafür ein echter Glücksfall. Dort hätten sie nämlich alles, um den Gästen spannende Unterrichtslektionen zu bieten. Und was nervt? Ott überlegt kurz. Nervig sei, wenn ein Kunde ein Techniktraining buche und während des Unterrichts dann gar nicht wirklich bereit sei, etwas zu lernen und dauernd betone, dass er das eigentlich schon könne oder das Bike schuld sei, wenn etwas nicht gehe. «In solchen Fällen sage ich dann einfach nicht mehr viel und lasse ihn selber ein wenig rumkurven. Meistens merken sie dann von selbst, dass es schon helfen würde, wenn sie mir zuhören», erklärt Ott mit einem Augenzwinkern. Und dann beginnt für ihn sein wohlverdienter Feierabend auf dem Bike.

Bikepark Lenzerheide

Verrückt muss man also definitiv nicht sein, um hier zu biken. Und dank der kundigen Führung durch einen Bike-Guide der Bikeschule Lenzerheide wird das Ganze auch bestimmt zum perfekten Erlebnis.

Seraina Bertschinger
Seraina Bertschinger

Seraina Bertschinger ist auf der Lenzerheide aufgewachsen und wohnt heute in Felsberg. Mit ihrer Familie entdeckt sie die Bündner Bergwelt ständig neu.

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