Graubünden Ferien Schweiz

Vielseitiger Familientag in St. Antönien

Kraxeln, rudern und Trottinett fahren

Ein Tag am idyllischen Partnunsee oberhalb von St. Antönien bietet der ganzen Familie viel Abwechslung. Auf dem Programm stehen Wandern, Klettern und Boot fahren. Zum Schluss geht es auf der vom Trottinett-Vermieter laut Eigenwerbung längsten und schönsten Trottinett-Strecke der Schweiz zurück ins beschauliche Dorf.

Von Anita Fuchs

In St. Antönien Platz angekommen, parkiert die Familie das Auto und schultert die Rucksäcke. Vorerst marschiert sie der Teerstrasse entlang, später mündet der von farbenfrohen Blumenwiesen und plätschernden Bergbächen geschmückte Weg in eine Naturstrasse. Und führt direkt an der bekannten Heinzenkapelle vorbei. Ein spezieller Ort – wie es auch der bald erreichte Partnunsee ist.

Dort fällt Serainas Blick sofort auf die grosszügige Grillstelle des von einer eindrücklichen Bergkulisse umgegebenen Sees. «Ich habe Hunger und Durst», sagt die Jüngste der Familie. «Und ich möchte mit dem Ruderboot fahren», so Ladina und zeigt zu den drei unterschiedlich grossen und mit verschiedenen Farben bestrichenen Holzbooten. Auf Grund der Anzahl Familienmitglieder kommt einzig das Grösste in Frage.

Seraina, Mami und Papi setzen sich in «GR 782», Ladina löst das Seil, steigt ebenfalls ein und schnappt sich das zweite Ruder. «1, 2, 3», zählt sie in regelmässigen Abständen und versucht ihrer Schwester rhythmische Schläge vorzugeben – was ihr prompt gelingt. Schnell haben die beiden Mädchen die Ruder im Griff, und das Boot gleitet auf dem spiegelglatten Wasser dahin. Ein Genuss erster Güte!

Zwischen fünf und 15 Metern hoch

Anschliessend geht es zu Fuss um den Bergsee, ehe die Familie auf einer Parkbank rastet. Seraina nimmt den Feldstecher aus dem Rucksack. «Hat es hier Gämsen? Oder sogar Steinböcke?» Steinböcke erblickt sie nicht, dafür drei grosse Steinblöcke, an denen mehrere Personen klettern. «Dort ist der Familien-Klettergarten!», ruft sie erfreut. «Kommt, wir gehen schnell hin.»

Vorbereitungen für den Klettergarten (Foto: © Anita Fuchs) Auf der Suche nach Steinböcken (Foto: © Anita Fuchs)

Wenige Minuten später packt Mami das Seil und die Karabiner aus, alle ziehen den Klettergurt an und streifen sich den Helm über den Kopf. «Die Blöcke haben unterschiedliche Schwierigkeitsgrade, die Routenhöhen betragen zwischen fünf und 15 Metern», erklärt Papi. «Für den Anfang nehmen wir einen eher einfacheren.» Er klettert jeweils den Vorstieg, abwechselnd folgen ihm die anderen Familienmitglieder.

«Jetzt möchte ich zum neuen Familien-Klettersteig gehen», sagt Ladina. Auf der gegenüberliegenden See-Seite führt ein Weg steil bergauf. Kühe weiden, Murmeltiere pfeifen, Schmetterlinge fliegen um die Familie. «Dort muss der Einstieg sein», sagt Papi und zeigt auf die, am Felsen glänzenden, metallenen Treppenstufen. Die Spannung steigt, das Adrenalin im Blut fliesst.

Bei den ersten Stufen gewöhnen sich die Kinder und Erwachsenen ans Einhängen. Bald geht es praktisch senkrecht hoch. Das Herz schlägt höher. Seraina, bisher sehr gesprächig, spricht kein Wort mehr. Alle sind hochkonzentriert, eine Traverse über ein Seil erfordert eine grosse Portion Mut. Ladina schaut regelmässig nach unten und ist vom Blick in die Tiefe überwältigt und fasziniert zugleich. Mit zunehmender Höhe – total sind es 180 Meter – bietet die abwechslungsreiche Route eine immer spektakulärere Aussicht auf den Partnunsee.

Seraina beim Aufstieg (Foto: © Anita Fuchs) Familie Fuchs im Kletterpark (Foto: © Anita Fuchs)

Stopp in einem Berghaus

Nach dem Ausstieg führt ein relativ steiler Pfad nach unten. Auf einem Schneefeld rutscht Ladina nahezu aus – und macht eine Schneeballschlacht mit Seraina. Allmählich verdecken Wolken die wärmende Sonne, gleichzeitig kommt ein frischer Wind auf. In Partnun ist ein Stopp in einem der Berghäuser eingeplant. Das «Alpenrösli» liegt unmittelbar am Weg, das «Sulzfluh» ist knapp eine Viertelstunde entfernt.

Für welche Einkehrmöglichkeit entscheiden sich die Mädchen wohl? Das näher gelegene «Alpenrösli» natürlich. Die Speisekarte ist umfassend, die Bedienung freundlich und schnell. Bald stehen Bündner Gerstensuppe, Schmuggler Salsiz, Partnuner Alpkäse – alles serviert mit Brot – sowie ein Coupe Alpenrösli mit Vanilleglace und Bündner Röteli auf dem Tisch. Es mundet vorzüglich. Und vor allem: Jetzt ist Gross und Klein für den letzten Teil des abwechslungs- und erlebnisreichen Familientages gestärkt.

In zügigem Tempo zurück ins Tal

Seraina rennt schnurstracks zu den zahlreichen parkierten Trottinetts, wo sich auch eine Box mit Helmen befindet. Diese durchwühlt sie hastig. «Hat es wirklich keinen pinken Helm?», fragt sie sich selber. Und findet die Antwort bald heraus: Nein. So schnappt sie sich einen schwarzen, wie ihn auch ihre Schwester schon aufgesetzt hat. Mami und Papi fällt die Wahl leicht; sie achten nicht allzu stark auf die Optik der schützenden Kopfbedeckung.

Bald ist die Familie startklar. Wer fährt an welcher Stelle? «Ich hinter Papi», ruft Ladina. «Und ich vor Mami», sagt Seraina. Die Reihenfolge ist somit gegeben. Und schon geht’s los. «Jeh», schreit Seraina – und fährt, wie ebenfalls vor ihr Ladina und Papi, immer schneller. Die Vorderbremse von Mami quietscht. «So wissen wir, dass Mami noch an uns dran ist», ruft Ladina und lacht laut. Ihr kann es nicht genug schnell gehen; bei flachen Passagen beugt sie sich über die Lenkstange.

Nach weniger als 20 Minuten kommt die Familie wieder in St. Antönien Platz an. «Das war ein mega lässiger Tag», sagt Ladina. Seraina, Mami und Papi pflichten ihr bei. Bestimmt lässt der nächste Ausflug an den Partnunsee nicht lange auf sich warten.

Anita Fuchs
Anita Fuchs

Anita Fuchs lebt in Jenins und betätigt sich gerne sportlich.

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