Graubünden Ferien Schweiz

Sportlicher Wettkampf in Lenzerheide

Winterolympiade
für die Familie

Andreas Arnold und Jenny Krämer reisen mit ihren Söhnen Milan und Mato nach Lenzerheide und messen sich dort in olympischen Winterdisziplinen.

Von Andreas Arnold & Jenny Krämer

Gerade erst vor zwei Jahren den Wintersport für uns (wieder)entdeckt, wollen wir es diesen Winter wirklich wissen. Welche olympischen Winterdisziplinen gibt es ausser dem Ski Alpin noch? Und welche davon können wir als aktive Familie auch gemeinsam mit unseren beiden Söhnen Milan (10) und Mato (7) ausprobieren? Welche Disziplinen werden uns besonders gefallen? Wie werden wir uns darin schlagen? Machen wir uns also warm für fünf sportliche Tage in Lenzerheide, dem perfekten Ort für unsere Familien-Winterolympiade.

Olympische Winterdisziplin 1: Ski Nordisch

Die Langlaufskier und Stöcke kommen uns sehr lang, dünn und leicht vor. Und auch etwas wacklig. Aber was soll’s, ab auf die Loipe und los geht’s. Eine tröstliche Erkenntnis: Auch wenn es schon viele Jahre her ist, dass wir Eltern zuletzt auf Langlaufskiern standen, etwas von den Bewegungsabläufen scheint doch hängengeblieben zu sein. Zum Glück haben wir Langlauflehrer Andri Schlittler dabei, der uns alles geduldig erklärt und auch für unseren Jüngsten, dem das alles etwas zu anstrengend ist und der öfters nach hinten plumpst, super Lösungen findet. Mato läuft dann doch eher klassisch in der Loipe, während wir das Skaten mit der Gewichtsverlagerung von einem Bein zum anderen und den zugehörigen Stockeinsatz im symmetrischen 1:2-Schritt üben. So kommen wir schon gut und schnell voran und fühlen uns nach kurzer Zeit nicht mehr wie die allerblutigsten Anfänger. Die Strecke ist wunderschön, sie führt durch den Wald und am Heidsee vorbei. Auf und ab geht es, wobei dies laut Andri der flachste Teil der Langlaufstrecken weit und breit ist. Uns kommt die Strecke schon ganz schön steil vor und wir sind froh, dass wir bei der Abfahrt einiges vom alpinen Skifahren anwenden können.

Unser Fazit: Wer schon mal auf Skiern stand und Erfahrungen im  Roll- und Schlittschuhlaufen hat, kann Langlaufen recht schnell lernen und gleich loslegen. Besonders gut gefallen hat uns die Mischung aus Sport und  Landschaft erkunden und geniessen. 

Mit Vollgas auf der Loipe

Olympische Winterdisziplin 2: Biathlon

Mit Muskelkater im Po wachen wir auf. Nachdem wir das Skaten gestern intensiv geübt haben, sind wir heute bereit für die nächste Winterdisziplin, Biathlon in der Biathlon Arena Lenzerheide. Wir stiefeln durch die Arena, vorbei an der Tribüne, zum Schiessstand. Hier treffen wir unseren Biathlontrainer Mario Häni, der uns eine Einweisung ins Schiessen gibt. Wir starten im Liegen mit relativ grossen Zielscheiben. Während die Biathleten in der olympischen Disziplin auf 50 Meter Entfernung schiessen, starten wir mit zehn Metern. Und das ist schon eine Herausforderung! Wir schlagen uns aber ganz gut. Bis Mario den Schwierigkeitsgrad erhöht und die Ziele verkleinert. Besonders Mato hat das Schiessen voll gepackt und er ruft nur noch: «Schiessen, schiessen, ich will schiessen!» Dazwischen auch noch eine Runde zu laufen, findet er irgendwie überflüssig. Wir anderen finden die Mischung super und versuchen uns vorzustellen, wie schwierig es sein muss, im Wettkampf unter hohem Zeitdruck, vor den Augen von Millionen Zuschauern und vollgepumpt mit Adrenalin, die Hand ruhig zu halten, die Nerven zu bewahren und zu treffen. Und dann kommt die noch grössere Herausforderung, zumindest für uns Erwachsenen, das Schiessen im Stehen. Das Gewehr ist mit ungefähr dreieinhalb Kilo ganz schön schwer. Die Hand ruhig zu halten noch schwerer.  

Unser Fazit: Auf die Wintersportart Biathlon hatten wir uns ganz beson­ders gefreut und unsere Erwar­tungen sind nicht enttäuscht worden. Positiv überrascht hat uns, dass auch unser Siebenjähriger das Schiessen so gut hinbekommen hat und so viel Spass daran hatte. Die Mischung aus Langlauf und Schiessen ist sehr aussergewöhnlich, heraus­fordernd und toll. 

In der Biathlon Arena: Fast jeder Schuss ein Treffer.

Olympische Winterdisziplin 3: Ski Alpin

Endlich die Berge auf Skiern hinunterdüsen! Darauf haben sich vor allem unsere Jungs, die das Skifahren vor zwei Jahren gelernt haben, gefreut. Nun ist es soweit und dafür sind wir gerne früh aufgestanden. 

Skilehrer Markus Schlegel erwartet uns schon am Skilift Dieschen. Wir fahren zunächst mit dem Bügellift einen kleineren Übungshang hinauf. Mato, beim Skifahren sonst völlig angstfrei, fährt irgendwie unsicher und fällt mehrmals hin. Hat ihn das Langlaufen durcheinandergebracht? Im tiefen Neuschnee ist das Fahren allerdings auch nicht ganz leicht. Milan und ich verkanten uns mit den Skiern beim Bügelliftfahren, steigen unfreiwillig auf steiler Strecke aus und müssen von Markus gerettet werden. Milan stürzt und im ersten Moment befürchten wir, dass das das Ende unserer Winterolympiade ist. Die Wetterverhältnisse sind schwierig und es schneit immer weiter. Mit der Rothornbahn und dann mit dem Scharmoin-Lift fahren wir auf 1900 Meter hinauf und immer wieder blaue Pisten hinunter. Das klappt gut und reicht uns für heute.

Nach einer Rast kommt am Nachmittag die Sonne heraus und wir fahren alle zusammen noch ein paar Runden. Mittlerweile fühlen wir uns alle wieder sicherer und haben viel Freude am Fahren. Die Pisten haben wir jetzt am Nachmittag fast ganz für uns allein. Ein absoluter Wintertraum.  

Unser Fazit: Unter zumindest anfangs eher schwierigen Wetterbedingungen haben wir uns am Ende doch noch ganz gut geschlagen. Die Ferienregion Lenzerheide bietet ein wunderschönes, riesiges Skigebiet, von dem wir heute allerdings nur einen kleineren Teil erlebt haben. Wir wären gerne noch weitergefahren.

Skigebiet Arosa Lenzerheide: gigantische Ausblicke und Abfahrten

Olympische Winterdisziplin 4: Rennrodel

Von Parpan aus stapfen wir den Berg hinauf bis zum Restaurant Tschugga, denn hier startet die Schlittelpiste für die nächste Disziplin, Rodeln. Für den Aufstieg müssen wir ganz schön viel Zeit einplanen. Nicht nur, weil es steil bergauf geht, sondern vor allem weil sich unsere Kinder so über den hohen Neuschnee freuen, sodass sie sich immer wieder hineinwerfen, Iglus bauen wollen und Schneeballschlachten veranstalten. Irgendwann haben wir die 1,5 Kilometer bergan geschafft und sind bereit für die ebenso lange Abfahrt. Und freuen uns auf die Gelegenheit, uns miteinander messen zu können. Andi und Mato bilden Team 1, Milan und Jenny Team 2. Mal liegt das eine Team vorn, mal das andere. Milan und Jenny haben einen ziemlichen Linksdrall und in einer scharfen Kurve wirft es sie aus der Bahn in den Tiefschnee. Auch Team 1, bis dahin kurz dahinter gelegen, haut es aus der Kurve. Allerdings schaffen sie es schneller, wieder aufzusitzen und weiterzufahren. Team 1 wird zudem von zwei jungen Bobfahrerinnen ausgebremst, die sie erst spät überholen können, sodass sie am Ende Silber erreichen, Team 1 Gold, die Bobfahrerinnen Bronze. 

Unser Fazit: Der Aufstieg hat sich gelohnt. Ein Riesenspass für alle! Die Abfahrt ist super. Nicht zu steil, aber so, dass man gut Tempo fahren kann. Es gibt auch andere Rodelstrecken ganz in der Nähe, die noch länger und mit dem Lift erreichbar sind. Diese waren heute aber allesamt gesperrt aufgrund des starken Neuschnees. Nächstes Mal probieren wir auf jeden Fall die Schlittelpiste Scharmoin – Canols, die bei der mit der Rothornbahn erreichbaren Mittelstation Scharmoin startet und auf knapp 4 Kilometern beachtliche 415 Höhenmeter bergabführt.

Die Belohnung für den Aufstieg: Schlittelabfahrt nach Parpan

Olympische Winterdisziplin 5: Curling

Wir sind bereit für die nächste Disziplin, dem Curling. Oder besser gesagt dem Eisstockschiessen. Wem das nichts sagt, der kann es sich vereinfacht gesagt wie Boulespielen auf dem Eis vorstellen, allerdings in Teams. Das heisst, wirklich Schiessen muss man hier nicht – sehr zu Matos Bedauern, der das Biathlonschiessen noch in sehr guter Erinnerung hat. Im Zentrum von Parpan gibt es ein Natureisfeld. Daneben ein kleines Hüttchen, aus dem man sich das Equipment kostenfrei ausleihen kann. Versuchen wir also unser Glück. Wenn man ansonsten das Boulespielen auf Erde, Rasen oder Sand gewohnt ist, muss man sich auf eisigem Boden ganz schön umstellen. Besonders spassig ist, dass man mit den eigenen Eisstöcken diejenigen des anderen Teams wegstossen kann. Wir spielen in den vom Rodeln bewährten Teams weiter. Am Ende haben Milan und Jenny etwas mehr Eisstöcke in unmittelbarer Nähe der Daube, des Ziels, platziert, das reicht für Gold, knapp gefolgt von Team Andi und Mato, die sich mit Silber zufriedengeben müssen.

Unser Fazit: Die Disziplin Eisstockschiessen, eine vereinfachte Variante des olympischen Curlings, war für uns komplett neu. Man kann die Spielregeln allerdings schnell lernen, auch Siebenjährige kapieren sie ohne Mühe. Ein lustiger Teamsport, der uns viel Spass gemacht hat.

Beim Eisstockschiessen können wir uns gegenseitig messen.

Olympische Winterdisziplin 6: Eislaufen

Unser leider schon letzter Tag der Familien-Winterolympiade in den Bergen. Die Sonne strahlt vom tiefblauen Himmel. Eine Alpenkulisse wie im Bilderbuch. Um Punkt zehn Uhr stehen wir auf dem Eisfeld in Lenzerheide, gleich hinter unserem Hotel und mitten im Ort gelegen. Die Eisfläche ist gerade frisch präpariert worden und glänzt noch feucht in der Sonne. Für Anfänger gibt es Gestelle, die man vor sich herschieben und sich daran festhalten kann, wenn man noch etwas wackelig auf den Schlittschuhen unterwegs ist. Damit drehen unsere Jungs ihre ersten Runden, bis sie sicherer werden und fast schon übermütig. Eine ganze Weile haben wir die Eisfläche ganz für uns allein und geniessen die stille Morgensonne mit den Bergen im Hintergrund. Ein fast magischer Ort.

Unser Fazit: Nach kurzen Anfangsschwierigkeiten sind wir wieder schnell ins Schlittschuhlaufen reingekommen. Ein toller Sport für die ganze Familie, bei dem man gemeinsam seine Runden ziehen und dabei das herrliche Alpenpano­rama geniessen kann.

Sonne und Bergpanorama: morgens um zehn Uhr auf dem Eisfeld

Wehmütig blicken wir auf spannende Wettkämpfe in wunderschöner Natur zurück, bevor uns dann das Postauto zum Zug nach Chur bringt. Erfüllt mit vielen neuen Eindrücken und Erfahrungen können wir auf der Zugfahrt Richtung Heimat all unsere Wintersporteindrücke noch einmal Revue passieren lassen. Lenzerheide, die Berge und den Schnee vermissen wir jetzt schon.

Andreas Arnold & Jenny Krämer
Andreas Arnold & Jenny Krämer

Jenny und Andi berichten auf ihrem Blog Travelisto über ihre Abenteuer mit den gemeinsamen Söhnen Mato und Milan. Da sie sich nicht auf eine Art des Reisens festlegen wollen, ist von allem etwas dabei: Vom Camping über Roadtrips und Rucksackreisen bis zu Pauschalreisen.

Blogger-Magazin (Foto: © Graubünden Ferien, Marco Hartmann)
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