Graubünden Ferien Schweiz

Fairdinand in Arosa

Auf zur Trailjagd im Bärenland

Auf zur Hörnli-Trailjagd nach Arosa, das ist unser Auftrag an diesem Samstag. Die Frage, die Tamara und ich uns stellen lautet: Wer wird wohl wen jagen? Gehen wir auf die Jagd nach Bikern oder werden wir selber zum Wild, wenn sie uns mit ihren Maschinen beim Bike-OL aus dem Weg scheuchen?

Von Werner Forrer

Aber der Reihe nach: Schon die Ankunft bei der Talstation der Hörnlibahn lässt uns erahnen, wie viele Trailbells oder eben «Geissenglöcklein» wir heute los werden. Eine richtige Riesenschlange staut sich bereits weit vor dem Eingang der Bahn. Wie gut, dass wir in unserer «Fairtrail-Montur» als Offizielle betrachtet werden. Wir passieren die ganze, lange Schlange wie selbstverständlich und steigen ziemlich cool gleich in eine Gondel ein. Ich glaube, diese Uniform behalte ich, noch länger! – Beim Hörnli dann das gleiche Bild wie an der Talstation: Bikes und Fahrerinnen und Fahrer soweit das Auge reicht. Und das bereits knapp nach 9 Uhr obwohl der Start zur Jagd, also zum Bike-OL, erst um 10 Uhr 30 erfolgt. Also bleibt noch genug Zeit für einen Kaffee und ein Gipfeli, man weiss ja nie, wann es anschliessend zu einer Pause reicht.

Nun mischen wir uns unters Biker-Volk (Wanderer sind noch keine zu sehen) und führen das eine oder andere Gespräch. Alle versichern uns, immer nett zu sein. Wer’s glaubt! Wir werden es ja bald sehen. Eine Viertelstunde vor dem Start steigen wir auf dem Wanderweg ab zu einem Knotenpunkt diverser Wege und harren der Dinge, die auf uns zurollen werden. Und wir werden nicht enttäuscht, wir hören das Startzeichen des Speakers und schon braust das Bikervolk wie ein Heuschreckenschwarm den Berg hinunter, auf dem Weg, neben dem Weg, einfach dort, wo es irgendwie geht! Erosion, was ist das? Unser gewählter Platz könnte besser nicht sein, wir erleben das Geschehen hautnah. Eben haben wir noch mit einer grösseren Gruppe Wanderer gesprochen und sie um Nachsicht gebeten und zur Vorsicht gemahnt. Jetzt sind auch sie mittendrin, zum Glück trotzdem in sicherer Distanz zu den Bikern.

Nach dieser Sturmwelle, die sich an diesem Tag noch einige Male wiederholen wird, machen wir uns auf den Weg zur Talstation. Unterwegs immer wieder freundliche und auch verständnisvolle Gespräche mit Wandernden und Bikern, die nicht am Anlass teilnehmen. Der gegenseitige Respekt scheint vorhanden, so unser Eindruck. Die Trailbells und Sonnencrèmen finden regen Absatz und trösten die Wanderer am heutigen Tag etwas darüber hinweg, dass sie die Wege öfter teilen müssen als sonst vielleicht üblich. Unser Fazit, es war ein gelungener Tag und wenn wir wiederum einen Teil zum Miteinander beitragen konnten, dann ist unsere Aufgabe erfüllt!

Werner Forrer
Werner Forrer

Werner Forrer ist Wanderleiter und wohnt in Igis.

Fairtrail
Fairtrail: Nett, suuber & parat
In Graubünden teilen sich Wanderer und Biker die Wege. Voraussetzung dafür: ein toleranter Umgang mit anderen Wegnutzern.
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