Zwei Juwele im Süden Graubündens.

Das Calancatal und Misox

Herzsee, Calancatal
Bei Hinterrhein links abbiegen, durch den San Bernardino-Tunnel fahren, und schon sind Sie in der Mesolcina. Dort und im Seitental Calanca suchen die Feriengäste Ruhe und die Nähe zur Natur.
Bergdorf Landarenca im Val Calanca, Graubünden

Schon vor bald 3‘000 Jahren haben sich ligurische Einwanderer im Calancatal niedergelassen. Sie bewirtschafteten die steilen, steinigen Bergflanken. Ihre Nachfolger bildeten im Mittelalter Dorfgemeinschaften. Sie haben ihre Weiler und Dörfer mit Steindächern und wohlklingende Namen versehen: Arvigo, Landarenca, Cavaione – und ganz am Ende des 27 Kilometer langen Tales heisst die Alp Alögna.

Bauer im Bergdorf Braggio im Val Calanca, Graubünden

«Bun di!» Hier wird der italienische Dialekt noch gepflegt. Bei dieser Hitze mäht hier keiner im Hemd. Eine gut gewetzte Sichel ist Voraussetzung. Dann kann man schneller wieder in die Kühle. Am 11. August 2003 war es sogar zu heiss, um zu mähen. Am nächsten Tag stand in der «Voce del San Bernardino», dass mit 41,5 Grad in Grono unten der heisseste jemals in der Schweiz gemessene Tag gewesen sei. «Incredibile! Come in Africa!»

Schafe am Lagh de Calvaresc im Val Calanca, Graubünden

Was guckt ihr so? Noch nie frei weidende Schafe gesehen? Wir sind Mitglieder der Familie der WAS. Die Abkürzung bedeutet «Weisses Alpen-Schaf». Wir verbringen die Sommer hoch oben über dem Valle Mesolcina. In den Nächten wird es kühl, doch dagegen hat uns die Natur ja einen dicken Pullover geschenkt. Wie man sieht, sind wir neugierig, wenn Wanderer unseren Weg kreuzen. Die haben nämlich – wie wir – auch entdeckt, dass man über der Waldgrenze eine besonders vielfältige Flora antrifft.

Wanderschuhe im Bergdorf Braggio im Val Calanca, Graubünden

Von der Arbeit oder vom Wandern müde Füsse haben sich der soliden Schuhe entledigt. Vielleicht waren sie den ganzen Tag auf steinigen Hängen unterwegs. Oder haben die Reize der Mesolcina von der Passhöhe des San Bernardino bis hinunter zum Hauptort Mesocco erkundet. Fünfeinhalb Stunden und 1‘265 Höhenmeter. Füsse wie Schuhe müssen mal auslüften dürfen.

Landschaft im Val Calanca, Graubünden

Potz Blitz! War das ein Gewitter letzte Nacht. Allmählich entflieht der letzte Nebel. Nun müssen sich die Feriengäste nur noch einig werden. Sandra möchte gerne wandern. Peter ist mehr fürs Abenteuerliche und will den Seilpark in San Bernardino ausprobieren. Die Kinder können sich noch Spannenderes vorstellen. Man nützt gemeinsam den herrlichen Sommertag, um bei Sta. Domenica, in der steinigen Gegend am Ufer des Talflusses Calancasca, Staudämme zu bauen und Steinmännchen aufzuschichten.

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Weg zum Lagh da Trescolmen, Sentiero Alpino Calanca (© Thomas Vielgut)

Region. San Bernardino Mesolcina Calanca

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