Wissenswertes.

Häufige Fragen

Steinböcke Gian und Giachen (Bild: © Graubünden Ferien / Jung von Matt) Steinböcke Gian und Giachen (Bild: © Graubünden Ferien / Jung von Matt)
Wir haben unsere Community über Instagram und Facebook gefragt, was sie schon immer über Graubünden wissen wollte. Wir haben die Fragen gesammelt, 12 davon ausgewählt und liefern nachfolgend die Antworten.

Woher stammt der Name Graubünden?

Der Name Graubünden leitet sich vom Grauen Bund ab. Der Graue Bund war der wichtigste Bund des Freistaats Drei Bünde, der fast das ganze Gebiet des heutigen Kantons Graubünden umfasste. 1799 wurden die Bünde von Napoleon als Kanton Rätien der Schweiz eingegliedert. Er wird 1803 zum Kanton Graubünden umbenannt. Das Kantonswappen setzt sich bis heute aus den Wappen der Drei Bünde zusammen.

  • Grauer oder Oberer Bund: gespaltenes Schild (weiss, schwarz)
  • Gotteshausbund: schwarzer Steinbock
  • Zehngerichtebund: gevierteltes Schild und Kreuz (blau, gelb)

Warum hat es in Graubünden fast nie Nebel?

Genau genommen muss die Frage heissen: Warum scheint in Graubünden bei einer Hochdrucklage oft die Sonne, während im Mittelland Nebel oder Hochnebel liegt? Der Grund dafür ist laut SRF Meteo, dass das Mittelland wie eine Badewanne zwischen dem Jura und den Alpen liegt. In den langen Winternächten kühlt sich die Luft bei klarem Himmel ab und sinkt Richtung Boden. Darüber bleibt die Luft wärmer. An der Grenze zwischen der warmen und der kalten Luft bildet sich Hochnebel. Nur selten, je nach Druckverteilung und Wind, schafft es dieser Hochnebel bis in die Alpentäler, wie zum Beispiel ins Churer Rheintal oder in die Surselva.

Mountainbiker im Engadin (Foto: © Engadin St. Moritz Tourismus / Markus Gerber)

Wie viele Menschen leben in Graubünden?

Ende 2019 zählte der Kanton Graubünden 198’500 Einwohnerinnen und Einwohner. Mit rund 27,9 Personen pro Quadratkilometer ist Graubünden der am dünnsten besiedelten Kanton der Schweiz. Am meisten Menschen wohnen in der Hauptstadt Chur. Es sind 37’500 Personen.

Wie viele Berge hat Graubünden und welcher ist der höchste?

In Graubünden gibt es 937 Berggipfel. Der höchste Berg ist der Piz Bernina (4049 m ü. M.). Er ist der einzige Viertausender in Graubünden.

Wie viele Tiere und Tierarten gibt es im Kanton?

In Graubünden sind insgesamt 2264 Tierarten nachgewiesen. Darin eingeschlossen sind Gliederfüsser, Weichtiere (z.B. Würmer), Säugetiere, Vögel, Reptilien und Amphibien sowie Fische. Die tatsächliche Anzahl Tierarten in unserem Kanton dürfte allerdings einiges höher liegen.

In Graubünden leben unter anderem ca.

  • 16’500 Hirsche
  • 13’000 Rehe
  • 23’000 Gämse
  • 6500 Steinböcke
  • 50 Wölfe
  • 10 Luchse

Weitere tierische Einwohner sind Murmeltiere, Füchse und Hermelin. In den vergangenen Jahren wurden zudem immer wieder Bären in Graubünden gesichtet. Aktuell haltet sich jedoch kein Bär in Graubünden auf.

Die Angaben stammen vom Amt für Jagd und Fischerei Graubünden sowie vom Amt für Natur und Umwelt (Stand 2020).

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Steinböcke in Graubünden (Foto: © Simon Roder)

Welches ist das grösste Skigebiet?

Die Silvretta Ski-Arena Samnaun/Ischgl ist das grösste Skigebiet im Kanton Graubünden. Es umfasst 239 Pistenkilometer.

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Gibt es in Graubünden Gold?

Gold gibt es in mehreren Bündner Region, unter anderem in Bergün, in Hinterrhein und am Calanda. Fürs Goldgraben und Goldwaschen besonders bekannt ist Disentis. Das dortige Goldvorkommen wurde 1672 erstmals schriftlich erwähnt. Indizien deuten allerding darauf hin, dass schon keltische und römische Völker in der Gegend um Disentis nach Gold suchten. 1997 wurde in dieser Region auch das bisher grösste Goldnugget der Schweiz gefunden. Es war 123,1 g schwer.

Warum gibt es unterschiedliche romanische Dialekte?

Unter einem Idiom (Dialekt) versteht man laut der Sprachenorganisation Lia Rumantscha eine regionale Schriftsprache des Romanischen. Die starken regionalen Sprachunterschiede in Graubünden sind auf die topographischen Gegebenheiten zurückzuführen. Die Trennung der einzelnen Gebiete durch Bergketten und Schluchten haben dazu geführt, dass sich die Sprachen in den einzelnen Regionen separat voneinander entwickelt haben. Zudem gab es kein sprachkulturelles Zentrum, das eine vereinheitlichende Wirkung hätte haben können.

Was ist ein Maiensäss?

Maiensäss (rätoromanisch Acla) bezeichnet eine mitten im Wald gelegene, gerodete Fläche mit einigen Hütten und dazugehörigen Ställen. Mehrere Maiensässe zusammen können zuweilen einen dörflichen Charakter mit eigener Kapelle haben. Die Herkunft der Bezeichnung «Maiensäss» ist nicht eindeutig geklärt. Man geht davon aus, dass sich der Name entweder vom Monat ableitet, in dem man das Vieh zum ersten Mal Richtung Alpen trieb – «Maiensitz» – oder die Bezeichnung kommt von Mähen (im Alemannischen majen, mejen).

Maiensäss buchen

Maiensässe Prättigau Graubünden © Stefan Schlumpf

Wie viele Seen gibt es in Graubünden?

In Graubünden gibt es 1038 Seen. Der grösste ist der Silsersee im Engadin, der wohl bekannteste der Caumasee bei Flims.

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Hat Graubünden eine Bündner Hymne?

Offiziell verfügen nur drei Kantone über eine Hymne: Jura, Thurgau und Wallis. In Graubünden gibt es nur regionale Hymnen oder inoffizielle, wie das Lied «Graubünda» von DJ Mico feat. Sandy & Mc Tiramisu.

Warum gehört das Misox zu Graubünden und nicht zum Tessin?

Die Antwort auf diese Frage reicht bis ins Mittelalter zurück. Infolge von Wirren im Herzogtum Mailand kamen die Grafen von Sax in den Besitz der Talschaft Misox. Als die Eidgenossen und Bündner, die sich immer weiter nach Süden ausbreiteten, mit dem Mailänder Herzogtum in Konflikt gerieten, befanden sich die Grafen von Sax-Misox in einer Zwickmühle. Einerseits wollten sie es sich nicht mit Mailand verderben, andererseits wollte sich die Bevölkerung im nördlichen Teil des Misox den Bündnern anschliessen.

Den zwei betroffenen Gemeinden wurde deshalb 1480 der Beitritt zum Grauen Bund gestattet – ein erster Schritt in Richtung Graubünden. Der zweite Schritt folgte im gleichen Jahr: Der verarmte Graf von Sax-Misox verkaufte 1480 die Herrschaft Misox an einen Söldnerführer aus Mailand. Als die Mailänder Herzöge ihm das Misox wieder entreissen wollten, suchte er bei den Bündnern Schutz. Diese nahmen ihn 1496 in den Grauen Bund auf. (Quelle Bündner Tagblatt/Staatsarchiv Graubünden)

Bild: Thomas Vielgut