Öffentliche Anlage/Einrichtung Viamala
Schorsch-Haus «uf am Büel»
Beschreibung
Vor dir steht eines der ältesten Herrenhäusern von Splügen. Es stand schon
hier, als man mit dem Bau der Kirche anfing. Es gehörte der Familie von
Schorsch, einer der einflussreichsten Familien im Tal. Sie ist wohl bereits im
Mittelalter von der Lombardei ins Rheinwald eingewandert - der Name leitet
sich vom Italienischen ‚Giorgio' ab, aus Giorgio wurde hier Schorsch. Die von
Schorschs wurden durch den Handel über die Pässe reich und viele Giorgios
machten über Jahrhunderte hinweg Karriere als Landammänner, Beamte und
Offiziere – sie waren bedeutend, auch weit über das Tal hinaus.
Sie bekleideten wichtige Ämter im Freistaat der Drei Bünde, wie der
staatliche Vorgänger des Kantons Graubünden hiess.
Das Gebäude, das zwei Häuser unter einem Dach vereint, fällt sofort auf. Es
steht frei am Hang und wirkt deutlich grösser und wichtiger als die
umliegenden Bauernhäuser. So demonstrierte die Familie ihren Wohlstand
und ihren gesellschaftlichen Rang. Im 17. Jahrhundert war ein Steinhaus wie
dieses ein echtes Statussymbol. Die meisten Menschen wohnten in
wesentlich einfacheren Holzbauten.
Besonders interessant ist, dass dieses Haus den grossen Dorfbrand von
1716 Überstanden hat. Viele andere Gebäude wurden zerstört und mussten
neu aufgebaut werden. Das Schorsch-Haus blieb dagegen erhalten und
vermittelt uns bis heute einen Eindruck eines Splügner Herrenhauses von vor
der Brandkatastrophe. Wenn du auf die Fassade schaust, kannst du einen
Wappenstein mit einer Inschrift aus dem Jahr 1674 entdecken. Er erinnert
noch heute an die Bauherren und ihren Anspruch, etwas Dauerhaftes zu
schaffen. Fällt dir die grosse Vielfalt an verschiedenartigen Fenstern auf? Sie
weist auf verschiedene Umbauten am Haus im laufe der Zeit hin.
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Karte
Schorsch-Haus «uf am Büel»
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