Kühne Bauwerke.

Die schönsten Viadukte

Es müssen besonders raffinierte Ingenieure gewesen sein, welche der Rhätischen Bahn jede Schlucht und jeden Bergbach zu meistern verhalfen. 612 Brücken haben sie errichten lassen. Darunter sind einige von Weltruf, wie das Landwasserviadukt.

Landwasserviadukt

Es ist dunkel, dann gleich wieder hell. Der Zug fährt aus einem Tunnel, um gleich in den nächsten zu fahren. Dazwischen steht eine Meisterleistung der Brückenkunst, ein Prunkstück der UNESCO-Welterbe-Strecke der Rhätischen Bahn: Das Landwasserviadukt bei Filisur. In einem weiten Bogen überquert es seit 1902 den Wildbach, der etwa 65 Meter tiefer dahin rauscht.

Wissenswertes & Highlights

  • Standort & Anreise: Das Viadukt liegt an der Albulalinie bei Filisur. Für die Aussenansicht ist das Dorf der Ausgangspunkt für die signalisierten Wege zu den Aussichtspunkten. Die Überfahrt selbst erleben Sie direkt im Zug.

  • Konstruktion & Geschichte: Das 65 Meter hohe und 142 Meter lange Viadukt wurde von 1901 bis 1902 erbaut. Eine bauliche Besonderheit war die Errichtung der Hauptpfeiler ohne äusseres Gerüst, um Kosten und Hochwasserrisiken zu minimieren. Die Baukosten betrugen damals 280'000 Schweizer Franken, was heute einem Wert von rund 3,6 Millionen CHF entspricht.

  • Erleben & Aussicht: Die berühmte Ansicht des in die Felswand einfahrenden Zuges geniessen Sie von verschiedenen Aussichtsplattformen. Sowohl der Glacier Express als auch der Bernina Express überqueren das Viadukt. Die Landwasserwelt bündelt Erlebnisse wie den Viaduktshuttle und gewährt im Bahnmuseum Albula Einblicke in die Pionierzeit der Bahn.

Langwieser Viadukt

Als Pionierleistung Bündner Ingenieurskunst prägt das Langwieser Viadukt seit 1914 das Schanfigg. Es war bei seiner Errichtung die am weitesten gespannte Eisenbahnbrücke der Welt und zählt heute als Kulturgut von nationaler Bedeutung. Wer mit dem Zug hinauf in die Bergwelt von Arosa reist, kann die imposante Konstruktion bereits aus der Ferne erblicken.

Wissenswertes & Highlights

  • Standort & Anreise: Das Viadukt liegt an der Bahnstrecke Chur–Arosa und überspannt die Plessur bei Langwies. Der Bahnhof Langwies dient als Ausgangspunkt für Wanderwege, die nahe an das Bauwerk heranführen.
  • Konstruktion & Geschichte: Mit 284 Metern Länge ist es die längste Brücke der Rhätischen Bahn. Die Wahl für eine Stahlbetonkonstruktion war pragmatisch: Guter Bausand war vor Ort reichlich vorhanden, während der Transport von Bausteinen oder Stahlteilen in das abgelegene Tal zu aufwendig gewesen wäre.

  • Erleben & Aussicht: Eine Wanderung von Arosa nach Langwies führt unter dem imposanten Bauwerk hindurch und bietet einzigartige Perspektiven. Zudem vermittelt das Viadukt Museum Langwies Details zur Baugeschichte und Konstruktion des Viadukts.

Kreisviadukt von Brusio

Das eigenartigste Bauwerk der Rhätischen Bahn liegt in der italienischsprachigen Valposchiavo. Es heisst «Viadotto elicoidale di Brusio», das Kreisviadukt von Brusio. Schon 1907 kamen findige Ingenieure auf die Idee, statt eines Kehrtunnels im Berg eine kreisrunde Brücke im Freien zu bauen. Deshalb können Sie nun «Karussell» fahren und das 360-Grad-Landschaftspanorama im Breitformat geniessen.

Wissenswertes & Highlights

  • Standort & Anreise: Das Viadukt befindet sich bei Brusio in der Valposchiavo. Der Bahnhof des Ortes ist der ideale Ausgangspunkt, um das Bauwerk in wenigen Gehminuten zu erreichen.
  • Konstruktion & Geschichte: Erbaut von 1907 bis 1908, dient der offene Kehrtunnel ausschliesslich dem Höhengewinn. So bewältigt die Berninabahn auf engstem Raum eine Steigung von 70 Promille. Das Bauwerk ist Teil der UNESCO-Welterbestrecke.
  • Erleben & Aussicht: Die Überfahrt, unter anderem mit dem Bernina Express, bietet ein einzigartiges Panorama. Für die Aussenansicht empfiehlt sich ein kurzer Rundweg vom Bahnhof Brusio, der nahe an das Viadukt heranführt und durch den historischen Dorfkern zurückleitet.