Erlebnis Landwasserviadukt.

Spektakulär und weltbekannt

Lanwasserviadukt Bergün, Alpine Circle
Der Landwasserviadukt auf der Albulalinie der Rhätischen Bahn ist eines der berühmtesten Bauwerke Graubündens. Die 142 Meter lange und 65 Meter hohe Brücke führt die Bahnlinie in einer engen Kurve über das wilde Landwassertal und direkt in einen Tunnel. Diese spektakuläre Anlage macht das zum UNESCO-Welterbe RhB gehörende Bauwerk zu einem Wahrzeichen Graubündens.

Der Landwasserviadukt ist eine der meistfotografierten Sehenswürdigkeiten in Graubünden. Über 3300 Beiträge sind auf Instagram, dem digitalen Fotoalbum der Welt, zu finden. Passagiere oder Wanderer dokumentieren «ihren Viadukt» in den schönsten Situationen, sei es bei heftigem Schneetreiben, im Frühling, im Abendrot, aus der Froschperspektive oder als Selfie mit Hund (siehe Tipp «Die besten Fotospots»).

Die unvergleichlich schön geschwungene sechsbogige Brücke mit massiven, sich nach oben verjüngenden Steinpfeilern ist unbestritten das faszinierendste Bauwerk auf dem Streckennetz der Rhätischen Bahn (RhB). Die imposante Brücke auf der Albulalinie zwischen Thusis und St. Moritz führt die Bahnlinie in einem Radius von hundert Metern über das wilde Landwassertal hinweg direkt in einen Tunnel in der steil abfallenden Felswand. Wer selbst schon als Zugpassagier über den Viadukt gefahren oder unterhalb des Bauwerks gestanden ist, weiss um dessen magische Anziehungskraft. Der Moment, wenn «die kleine Rote», wie die RhB-Kompositionen im Volksmund genannt werden, über den 65 Meter hohen Viadukt fährt und im Berg verschwindet: einfach überwältigend.

Lanwasserviadukt Bergün, Alpine Circle (Copyright: Andrea Badrutt)

Architektonische Meisterleistung

Fachleute wie auch Laien versetzt der Landwasserviadukt immer wieder ins Staunen. Der Bau der drei Hauptpfeiler des Viadukts in den Jahren 1901 und 1902 war eine architektonische Meisterleistung. Im Gegensatz zu den meisten anderen Brücken und Viadukten dieser Zeit wurden für ihn keine Lehrgerüste aus Holz erstellt. Beim Bau des Landwasserviadukts zog man die drei zentralen Pfeiler stattdessen mithilfe eines Aufzuges einzeln in die Höhe. Kranartige eiserne Verbindungsbrücken zwischen den Pfeilern erlaubten, die Steine aus der Tiefe zu heben, die in der Umgebung abgebaut, behauen und auf Schienentransportwagen herangefahren wurden. Nur für die Rundbogen benötigte man Holzlehrgerüste, welche die Steine des Wölbungsbogens in der Bauphase tragen mussten. Heute noch erkennt man am oberen Ende der Pfeiler die Eisenträger, auf welche sich die Holzgerüste abstützten.

Die schwierigen topographischen Bedingungen in Graubünden erfordern auf dem RhB-Schienennetz nebst Tunnels (115) und Galerien (43) auch eine grosse Anzahl an Viadukten. Insgesamt zählt das Streckennetz 624 Brücken. Diese Bahnbrücken sind Kulturgüter und stehen als Zeugen in der über 130-jährigen Geschichte der RhB für die hervorragenden Leistungen der damaligen Ingenieurpioniere, die ihre Kunstbauten mit hohem baukulturellem und technischem Sachverstand planten.

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Landwasserviadukt im Bau
Landwasserviadukt im Bau

Kunstbauten als touristische Attraktionen

Der Landwasserviadukt markierte einen Wendepunkt in der Geschichte des Bündner Brückenbaus: Mit dem Bau der Albulabahn entstand ein neues Verhältnis zwischen Ingenieurskunst und Tourismus – man betrachtete die Eisenbahn nicht mehr ausschliesslich als Transportmittel, sondern auch als touristische Attraktion. Neu dabei war nicht so sehr die Aufmerksamkeit der Reisenden für Kunstbauten, sondern die Häufung und stete Wiederholung dieser Attraktionen. Der Wert der Kunstbauten der Bahnstrecken lag und liegt auch heute noch im jeweiligen Zusammenspiel der Bauwerke untereinander. So bilden etwa der Landwasser- und der benachbarte Schmittnertobelviadukt mit dem dazwischen liegenden Zalaintunnel ein klassisches Ensemble.

Heute überqueren rund 22 000 Züge pro Jahr den Landwasserviadukt. Sie sorgen für viele Gelegenheiten, den Moment zu erleben, wenn die «kleine Rote» über den 120-jährigen Viadukt rauscht, die enge Kurve nimmt und im Tunnel in der Felswand verschwindet. Magisch eben.

Die schönsten Fotospots

Aussichtsplattform Landwasserviadukt Filisur (Süd)

Die Aussichtsplattform eröffnet einen genialen Blick auf den Viadukt. Fussweg ab Bahnhof/Parkplatz Filisur ca. 20 Minuten.

Am Fusse des Viadukts

Von unten wirkt der Kunstbau noch erhabener. Auf dem Platz direkt am Fusse des Viadukts hat es während der Sommermonate einen kleinen Infokiosk, Sitzmöglichkeiten, eine Grillstelle sowie Toiletten. Perfekt, um zu verweilen, sich zu verpflegen und auf den nächsten Zug, der über den Viadukt rollt, zu warten. Ab Parkplatz Landwasserviadukt ca. 10 Minuten. Ab Bahnhof/Parkplatz Filisur ca. 35 Minuten.

Aussichtsplattform Landwasserviadukt Schmitten (Nord)

Dieser Fotospot ermöglicht einen einmaligen Blick von oben auf die Geleise, über den Viadukt zur anderen Hangseite, wo sich die erste Aussichtsplattform befindet. Der Weg, der vom Viaduktplatz nach oben führt, ist relativ steil. Ab Parkplatz Landwasserviadukt ca. 20 Minuten. Ab Bahnhof/Parkplatz Filisur ca. 45 Minuten.

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Stefan Weiss

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