Selficcino, sabbernde Kühe und verlorene Handschuhe.
Familien-Bike-Wochenende
Von Patrick Dreher
Gemeinsame Biketouren als Familie unternahmen wir schon jede Menge. Aber: Eine zweitägige Tour, erst noch in alpinem Gelände und mit Gepäck dabei, hatten wir noch nie gewagt. Entsprechend nervös waren wir alle vor dem Start.
Tag 1.
Wahnsinns-Panorama, volle Konzentration und gute Bremsen
Gemächlich schnauft die Rhätische Bahn die Bernina-Strecke hoch. «Lieber sie als wir», denken wir uns, während wir patgific die Aussicht auf den Morteratschgletscher und den Lago Bianco geniessen. Die Kraft, die wir hier sparen, benötigen wir für die Abfahrt. Fast 1300 Tiefenmeter liegen heute vor uns.
Zuerst gehts gemütlich los: Entlang des türkisblauen Lago Bianco verläuft die Schotterpiste mehrheitlich flach der Alp Grüm entgegen. Beim Aussichtspunkt über der Alp Grüm überblicken wir die ganze Strecke des heutigen Tages. Bis ins Tal hinunter solls gehen – der Lago di Poschiavo in der Ferne markiert das Ziel.
Dazu braucht es Energie! Unsere Strecke führt uns wortwörtlich über die Terrasse des Restaurants Casa Alpina Belvedere. Ein Stopp ist Ehrensache. Zu den herzhaften, lokalen Gerichten gibt es als Dessert die grandiose Aussicht auf den Palügletscher. Überwältigend und beängstigend zugleich, erinnert das beständige Rauschen des Wasserfalls auch daran, wie vergänglich diese Aussicht doch ist.
Unterhalb der Alp Grüm beginnt der Trailspass: Meist schattig im Wald gehts über Stufen und Steine. In angenehmem Gefälle, für die Kinder jedoch stets fordernd, queren wir die Bernina-Linie unzählige Male.
Die Gletschermühlen auf der Hochebene Cavaglia laden zum nächsten Zwischenstopp ein, bevor die Schlussabfahrt ansteht. Hier präsentiert sich der Trail zunehmend ruppiger. Die häufige Nutzung zollt ihren Tribut. So wechseln sich flowige Traversen mit kurzen Schiebepassagen ab. Nochmals volle Konzentration ist gefragt, bevor wir in Poschiavo ankommen. Geschafft! High fives.
Vom Gletscher zum Gelato
Ob es dem südlichen Flair des Puschlavs, den sommerlichen Temperaturen oder dem tiefen Zuckerspiegel im Blut geschuldet ist: Es zieht uns auf direktem Weg zur Gelateria Semadeni am Hauptplatz der Altstadt von Poschiavo.
Frisch gestärkt machen wir uns auf die Suche nach unserem Hotel – und sind begeistert vom riesigen, zweistöckigen Familienzimmer im Hotel Centraleund der Bike-Garage, die eher einem «Arven-Stübli» gleicht.