Historische Stätte

Albert Heim am Foopass

Den Geologen-Hammer stets in Griffweite, liess sich Albert Heim 1911 vorzeitig pensionieren, um sich ganz seinem Hauptwerk, der mehrbändigen «Geologie der Schweiz», zu widmen
Interpretation am Foopass mit der Glarner Doppelfalte mit der "Verrucano-Lücke" am Foopass, wie sie Albert Heim 1878 publizierte. Beeindruckend ist die Zeichen- und Detailgenauigkeit von Alb. Heims Profilen

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Ausschnitte von Heim im Jahr 1921, wo er die Situation anders sah und nur noch eine grosse, nordwärts gerichtete Überschiebung darstellte
...und die kontroverse Theorie der Doppelfalte

Beschreibung

Am Foopass durchtrennte die Erosion die Fläche der Glarner Hauptüberschiebung. Arnold Escher kam daher in der Mitte des 19. Jahrhunderts auf die Idee einer riesigen Doppelfalte. Am Foopass fehlen die Verrucanogesteine. Arnold Escher entwickelte Mitte des 19. Jh. die Theorie einer Doppelfalte, weil er glaubte, dass dieser aufgrund seiner geringeren Widerstandfähigkeit im Bereich der Faltenumbiegung am Pass stärker zerbrochen und somit schneller erodiert wurde.

Albert Heim, einer der berühmtesten Schweizer Geologen seiner Zeit übernahm Eschers Doppelfalten-Theorie und hielt standhaft an ihr fest.

Im Jahr 1884 interpretierte Marcel Bertrand, der selbst nie in den Glarner Alpen war, Heim's Beschreibungen und Profile neu und demonstrierte, dass das Problem nur mit einer einzigen grossen Überschiebung und einer von Süden nach Norden gerichteten Bewegung gelöst werden kann. Erst 1901 anerkannte auch Heim, dass nur eine grosse Überschiebung stattfand und der Siegeszug dieser Theorie konnte nicht mehr aufgehalten werden. So schrieb Heim 1921 in seinem Standardwerk der Schweizergeologie:

«Wer noch an der grossartigen Deckentektonik zweifelt, der möge sich zuerst die Lochseite ansehen ...».

Seither haben viele weitere Geologinnen und Geologen die Aufschlüsse der Glarner Hauptüberschiebung besucht und sich mit den Strukturen und den Mechanismen der Überschiebungsprozesse beschäftigt. Noch immer werden Fragen kontrovers diskutiert und die Glarner Hauptüberschiebung wird auch in Zukunft weiter zum besseren Verständnis der Entstehung von Gebirgen beitragen.

(Quelle: David Imper)

Wer den Spuren Eschers und Heims folgen möchte und sich selbst ein Bild von der Doppelfalten-Theorie am Foopass machen möchte, erreicht diesen entweder aus Richtung Elm oder aus dem Weisstannental entlang der Via GeoAlpina. Verpflegungs- und Übernachtungsmöglichkeiten bieten sich in Elm oder im Weisstannental auf den Alpen Walabütz und Siez.

Wegbeschreibung

Öffentliche Verkehrsmittel

Start in Elm: Zug bis Schwanden GL, dann weiter mit dem Bus bis Elm

Start in Weisstannen: Zug nach Sargans, anschliessend den Bus Richtung Pizolpark, an Werktagen den Bus beim Pizolpark wechseln - an Sonntagen fährt der Bus vom Bahnhof Sargans direkt bis Weisstannen / Vorsiez

Anfahrt

Start in Elm: von der A3 abbiegen bei Niederurnen, dem Linthal folgen bis Schwanden und dann abiegen ins Sernftal bis Elm (kostenpflichtige Parkplätze in Elm)

Start in Weisstannen: von Zürich auf der A3 bis nach Mels, die Autobahn verlassen  bei der Ausfahrt Mels / Sargans, der Weg ins Weisstannental ist ab der Autobahnausfahrt ausgeschildert. Letzte mögliche Parkplätze in Weisstannen

Kontakt

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