Öffentliche Anlage/Einrichtung Viamala
Altes Zollhaus und Rothuus
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Beschreibung
Wer heute über den Bodenplatz blickt, sieht das Ergebnis einer kleinen
Verkehrsrevolution. Bis ins frühe 19. Jahrhundert führte der Saumpfad durch
das alte Oberdorf. Mit dem Ausbau der neuen Fahrstrasse verlagerte sich
das Zentrum Splügens jedoch ins Tal. Aus dem einst lockeren
Siedlungsgebiet entstand ein bedeutender Verkehrsknotenpunkt des
Alpenraums: Pferde wurden gewechselt, Reisende beherbergt und Waren
über die Pässe transportiert.
Der grosszügige Bodenplatz erinnert mit seiner Pflasterung und den
steinernen Fassaden fast an eine italienische Piazza. Hier entstand in den
1830er-Jahren das Alte Zollhaus – damals die modernste Zoll- und
Poststation Graubündens. Der monumentale Bau war ursprünglich weit
grösser als heute und orientierte sich am spätklassizistischen Stil, der damals
in ganz Europa verbreitet war. Als der Güterverkehr Ende des 19.
Jahrhunderts zurückging, verlor das Gebäude seine Bedeutung. Nach einem
tiefgreifenden Umbau im Jahr 1908 blieb nur ein Teil des ursprünglichen
Komplexes erhalten.
Wer genau hinschaut, entdeckt jedoch noch Rundbogenfenster,
Tuffsteindekor und andere Spuren seiner einstigen Pracht. Die offene Arkade
entstand erst 1983/84 und bringt mit ihrem Anklang an italienische
Renaissance-Architektur einen Hauch Postmoderne nach Splügen. Anstelle
des südlichen Flügels entstand 1908 das sogenannte Rothuus. Entworfen
wurde es von Otto Schäfer, einem der prägenden Bündner Architekten seiner
Zeit. Das Haus steht für den Heimatstil, der regionale Bautraditionen neu
interpretierte. Auffällig sind das mächtige Dach, die farbige Fassade, die
Holzfenster und der polygonale Erker – Details, die bis heute den Charakter
des Gebäudes prägen.
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Altes Zollhaus und Rothuus
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