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Dorfrundgang Guarda: 1. Die evangelische Kirche

Dorfrundgang Guarda: 1. Die evangelische Kirche
Reformation und Gegenreformation im Unterengadin.

Beschreibung

In ihrer ursprünglichen Form geht die Kirche auf die Zeit vor der Reformation zurück. 1828 wurde sie auf Veranlassung eines Engadiner Kaufmannes, der in Bordeaux zu Geld gekommen war, weitgehend umgebaut. Zum letzten Mal wurde sie 1933 renoviert und erhielt in den Fenstern ein neues Masswerk aus Tuffstein und neue, farbige Fensterscheiben.

Ergänzende Informationen zur evangelischen Kirche in Guarda:

1494 wurde Guarda eine selbständige Pfarrei. Es existierte bereits eine Kapelle mit dem Namen «St. Niklaus und Antonius». Untersuchungen erlauben die Erweiterung des vorerst kürzeren Langhauses und die Erweiterung des heutigen Chores in jene Zeit zu setzen. 
1828 hat Christoffel Binnet, ein wohlhabender Hausbesitzer, eine umfassende Renovation ermöglicht. Betrachten Sie hierzu die Schrifttafel über der Empore.
1933 wurde die ganze Kirche gründlich renoviert. Anstelle der grossen, rechteckigen Fenster aus dem 19. Jahrhundert wurden schmale Spitzfenster aus Tuffstein eingesetzt. Die trapezförmige Felderdecke mit Profilleisten, 18. Jahrhundert, über dem Langschiff und das einfache Gratgewölbe haben die ganze Zeitspanne überlebt. Im Chorfussboden befinden sich einige Grabplatten mit kaum mehr lesbaren Inschriften.
Aus der Zeit von 1828 stammt vermutlich auch die schöne, runde, gebauchte Kanzel. Die Kanzel, die Bänke mit geschnitzten Wagen, die Empore und das Brusttäfer entstanden. Die Chorfenster wurden 1933 durch die deutsche Künstlerin H. Schmidt erstellt. Die Orgel von der Firma Wetter, Orgelbau, Muttenz, datiert von 1970. Das Geläute von 1795 wurde 1930-1931 durch drei neue Glocken aus der Giesserei Ruetschi in Aarau ersetzt.

Ergänzende Informationen zur evangelischen Kirche in Giarsun:
Die Kapelle stammt vermutlich aus dem frühen 13. Jahrhundert, wahrscheinlich aus der Zeit von 1200 - 1230. Der Stil ist spät-romanisch. Urkundlich findet das Gotteshaus keine Erwähnung.
Im 17. Jahrhundert wurde das Dach erhöht und das Glockenjoch erneuert. Die Decke im Kirchenschiff stammt aus dem 19. Jahrhundert. Die letzte Revolution erfolgte unter der Leitung von Architekt J. U. Könz um 1922. Dabei wurde der Eingang erneuert und die Innenbemalung aufgefrischt. Das Innere ist eine nach Osten gerichtete romanische Anlage, mit Halbrund gewölberter Apsis. Das Schiff ist überdeckt von einer trapezförmigen Leistendecke. In der Apsis sind zwei kleine Wandnischen, eine würfelförmige und eine spitzgieblige, die offenbar zum urspünglichen Bestand gehörten und daher die Datierung in das frühe 13. Jahrhundert ermöglichen. Dazu würden wohl auch die Fenster passen. Es sind schmale, geschmiegte Vierecke mit ungeformten Steingewänden und aussen gerader, innen abfallender Bank, eines in der Apsis, drei in der Südseite des Schiffes. Das Dach war ursprünglich bestimmt niedriger und schwächer geneigt. Die Erhöhung geschah wohl gleichzeitig mit der Einrichtung des jetzigen Glockenstuhles, welcher an der Front eine medaillenförmige Sockelblende aufweist, vermutlich um 1676, entsprechend dem Glockendatum. Die Glocke hat einen Durchmesser von 44 cm. Inschrift: Durch Feuer bin ich flossen, Gabriel Felix hat mich gossen.

Karte

Dorfrundgang Guarda: 1. Die evangelische Kirche

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