Faune Chur

Wölfe im Taminatal

Die Wölfin kam 2017 am Calandamassiv, das im Grenzgebiet zwischen den Kantonen Graubünden und St. Gallen liegt, zur Welt
Dieser Wolf wurde als Jungwolf des neuen Stagias-Rudels ausgemacht

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Fotofallen helfen die Entwicklung von Wolfs-Rudeln zu beobachten
Die Geschichte des Calanda-Rudels

Beschreibung

Ende des 19. Jahrhunderts ausgerottet, ist der Wolf seit 1982 in der Schweiz geschützt und wandert seit 1995 von Frankreich und Italien her in die Schweiz ein und breitet sich auch im Glarnerland auf natürliche Weise wieder aus.

 

Nahrungsangebot und Lebensraum

Dank der Waldfläche, die im Kanton Glarus heute wieder 30% beträgt, sowie dem hohen Bestand an Rothirschen und Rehen, findet der Wolf hier Rückszugsgebiete als auch ausreichend Nahrung.

Die in die Schweiz eingewanderten Wölfe pflanzen sich inzwischen wieder fort. Sie leben in Territorien aus denen Jungtiere im Alter von 2 Jahren abwandern um eigene Rudel zu bilden. 

Auch am Calanda konnte sich ein Wolfspaar 2012 erstmals fortpflanzen. Damit entstand das erste Wolfsrudel der Schweiz seit rund 150 Jahren, welches als das Calanda-Rudel bekannt wurde. Es nutzte ein Streifgebiet rund um den Calanda, welches auch das Taminatal umfasste und im Westen zeitweise bis etwa nach Flims reichte.

 

Die Entwicklung von Wolfs-Rudeln

Das Paar pflanzte sich in den Jahren 2012 bis 2018 jährlich fort. 2018 wurden mindestens fünf Welpen geboren. Letztmals wurden die beiden Elternwölfe im Januar 2020 gesehen. Bereits dann hatten sie ein für wildlebende Wölfe überdurchschnittliches Alter erreicht. Ob das Rudel mitsamt dem Territorium von einem Jungtier übernommen wurde ist unklar.

Die überwiegende Zahl der geborenen Jungtiere ist abgewandert, hat das Rudel also verlassen. Man vermutet eine neue Rudelbildung unmittelbar westlich des Calandas südlich vom Ringelspitz in der Surselva. Das Auftauchen des Calanda-Rudels im Weisstannental im Herbst 2018, deutet auf die Verschiebung territorialer Grenzen und somit auf die Bildung eines neuen Rudels hin. Dieses vom Calanda-Rudel abstammende Rudel ist indessen bekannt als das in der Surselva angesiedelte Stagias-Rudel.

Weitere Infos zu den Wolfs-Rudeln in der Schweiz finden Sie unter https://www.gruppe-wolf.ch/Rudel.htm

 

Zusammenleben mit dem Wolf

Die Anwesenheit des Wolfs stärkt die Populationen einheimischer Arten, da sich z.B. die Fitness seiner Beutetier-Populationen verbessert, wenn kranke oder schwache Tiere dem Wolf zum Opfer fallen. Zudem verteilen sich Hirsche und Rehe wieder besser in den Wäldern und Gämsen ziehen sich vom Wald in steile Felswände zurück. Beides wirkt sich positiv auf unsere Schutzwälder aus, da weniger Schäden an den Bäumen entstehen.

Dem Menschen gehen Wölfe aus dem Weg und stellen keine Gefahr für uns dar. Damit das so bleibt, dürfen wir sie nicht mit Futter in unsere Dörfer locken. Nutztierhalter müssen ihre tiere wieder gegen den Wolf schützen, was insbesondere für Schafherden gilt. Aus diesem Grund kommen auf vielen Schafalpen wieder Herdenschutzhunde zum Einsatz.

 

Wolfsgeschichten am Kunkelspass

Der Kunkelspass ist insofern für seine Wölfe bekannt, da hier schon mehrmals einzelne Tiere oder sogar ganze Rudel gesichtet wurden.

Das Berggasthaus Überuf am Kunkelspass lädt zum Verweilen ein und umgeben von Berühmtheiten: Direkt vor der Nase trohnt der Calanda mitsamt seinen Wölfen und der Ringelspitz lädt zum besteigen ein. Vom Kunkelspass führen unzählige Wanderwege durch UNESCO Welterbe Tektonikarena Sardona, mit der Chance die Spuren der einheimischen Wölfe auf eigene Faust zu entdecken!

Wegbeschreibung

Öffentliche Verkehrsmittel

Von Bad Ragaz fährt alle Stunde das Postauto nach Vättis. Von da sind es dann 2 Stunden Wanderzeit zum Kunkelspass.

Vom Bahnhof Reichenau-Tamins läuft man gute 2 Stunden laufen. Diesen erreicht man per Zug aus allen Richtungen (Chur, Thusis und Ilanz) . Mit dem Postauto kann man noch weiter bis auf den Dorfplatz fahren.

Fahrplan: www.sbb.ch

Anfahrt

Tamins

Ab Tamins erreicht man die Hochebene vom Kunkelspass mit dem Auto in etwas 10 Minuten. Für die Strasse benötigt man eine Fahrbewilligung: Bei der Gemeinde erhältlich oder ebenfalls per SMS/App, eine Anleitung gibt es beim Beginn des Fahrverbots in der Nähe des Werkhofes. Eine Tagesfahrt kostet euch pro Auto 20.--, Motorräder die Hälfte und Fahrzeuge über 3.5 t das Doppelte.

Vättis

Von Bad Ragaz oder Landquart bis Vättis. Anschliessend der Strasse in Richtung Kunkels folgen. Auch von dieser Seite benötigt man eine Fahrbewilligung:

Per SMS oder App lösbar. Am Langwies-Parkplatz findet man eine Anleitung dazu

Karte

Verantwortlich für diesen Inhalt UNESCO-Welterbe Tektonikarena Sardona.

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