Spannende Menschen.

Bündner Kulturszene

Anna Laura Klucker
Graubünden ist im Sinne der zeitgenössischen Schweizer Kunst und Kultur auf jeden Fall eine Reise wert. Es gibt viele Orte zu entdecken und spannende Menschen kennenzulernen.

«Dank der lebendigen Bündner Kulturszene gelingt es über den Berg zu schauen.»

Irina Cannabona, italienische Tanzpädagogin und Tänzerin, geboren und aufgewachsen in Chur, wo sie die Tanzschule Tanzerina führt.

«Mich interessiert die Zusammenarbeit mit Kulturschaffenden aus unterschiedlichen Kunstsparten Graubündens. Ich sehe es als eine spannende Herausforderung, meine Tanzstücke an verschiedenen Kulturhäusern und Orten zu inszenieren und zu tanzen. In der Postremise Chur sind so zum Beispiel Tanzprojekte mit Jugendlichen entstanden, die einzigartig waren in Ausdruck und Kraft.

Was mich ausserdem zum Tanzen inspiriert, ist der Erweiterungsbau des Bündner Kunstmuseum von den Architekten Barozzi/Veiga. Die aussergewöhnliche Grösse und Höhe der Räume laden geradezu zu tänzerischen Experimenten ein. Und natürlich auch die dort ausgestellt Kunst.»

tanzerina.ch

Irina Cannabona

«Obwohl ich in Sedrun aufgewachsen bin, fühle ich mich überall in Graubünden irgendwie geborgen. Ist es der Geruch der Berge, ich weiss es nicht.»

Fabio Hendry, Designer und Materialforscher, lebt und arbeitet in London und Sedrun.

«Die Stalla Libra ist ein unkonventioneller Kunstraum, der in einem ausgedienten Heustall in Sedrun untergebracht ist. Vor einigen Jahren haben wir zusammen mit jungen Gestalterinnen und Gestaltern aus ganz Europa und einheimischen Handwerkerinnen und Handwerkern ein Spielhaus der ganz besonderen Art entwickelt.

Im umgenutzten Stall können Besuchende an verschiedenen interaktiven und raumfüllenden Spielstationen testen, wie viel Geschick, Kreativität und Ausdauer in ihnen steckt. So können zum Beispiel Kulinarikerinnen und Köche in der comicartigen Hausmetzgerei zeigen, ob sie die passenden Zutaten für ihr Lieblingsrezept finden. Die Stalla Libra hat Modellcharakter: Sie macht deutlich, wie einem Gebäude neues Leben eingehaucht werden kann.»

stalla-libra.ch

Fabio Hendry

«Mit meiner massgeschneiderten Fest- und Hochzeitsmode lasse ich Traditionen Graubündens neu aufleben.»

Anna Laura Klucker, Modedesignerin und Gründerin des Labels yuli, lebt und arbeitet in Tamins.

«Mein Modelabel ‹yuli› lehnt sich an zwei Bündner Traditionen an; die Bündner Tracht und den Kreuzstich. Inspiriert von existierenden Kreuzstichmustern, welche neu arrangiert eine frische und zeitgemässe Formensprache sprechen, entstehen in meinem Atelier individuelle Einzelstücke für Frauen. Die oft mehrteiligen Kompositionen bieten zahlreiche Kombinationsmöglichkeiten. Was mir wichtig ist: Frauen jeden Alters sollen sich in den schlichten, zeitlosen und romantischen Kleidern von ‹yuli› wohlfühlen.»

yuli.ch

Anna Laura Klucker

«Chur ist ein Ort mit riesigem Potential. In dieser Umgebung zu leben, beflügelt mich.»

Fabian «Bane» Florin, Künstler, lebt und arbeitet in Chur, wo auch zwei seiner gigantischen und beeindruckenden Wandgemälde im öffentlichen Raum zu sehen sind.

«Seit 2008 gibt es das Format Weekly Jazz in Chur. Ich besuche am liebsten die Veranstaltungen, die donnerstags abends in der Marsoel Bar stattfinden. Selten habe ich einen Event erlebt, der mit so viel Leidenschaft und Liebe für die Sache umgesetzt wird. An diesem Ort, an diesem Abend sind alle willkommen und man fühlt sich sofort wohl. Dieses kulturelle Angebot sollte man sich bei einem Besuch in Chur nicht entgehen lassen. Was ich ausserdem empfehle: Die Galerie Löwen – hier gibt es zeitgenössische Kunst – zwar nicht für die Ohren, aber für die Augen.»

fabianflorin.ch

Bane Florin

«Landschaft, Kunst und Architektur – für mich drei Juwelen aus Graubünden mit internationaler Strahlkraft.»

Dr. Nicole Seeberger, Co-Direktorin, Bündner Kunstmuseum, Chur.

«Ich bin immer wieder fasziniert und inspiriert von der eindrucksvollen Kombination von Landschaft, Kunst und Architektur in Graubünden. Diese drei Juwelen strahlen nicht nur weit über den Bergkanton und die Schweizer Landesgrenze hinaus, sondern spiegeln sich auch in der Architektur, in der Sammlung und in den Ausstellungen des Bündner Kunstmuseums wieder.»

buendner-kunstmuseum.ch

Nicole Seeberger

«Bergfleisch ist ein edles Lebensmittel. Wir müssen es mit grösstmöglichem Respekt behandeln und geniessen.»

Ludwig Hatecke, Metzgermeister, der in der 3. Generation die gleichnamige Edelmetzgerei mit Hauptsitz in Scuol und Filialen in St. Moritz, Zernez sowie in Zürich, führt.

«Ein wunderschöner Ort ist der Lai Nair, der sich unweit vom «Chasté da Tarasp», einer der imposantesten Burgen Graubündens, befindet. Dort liegt er einsam in einer kleinen Mulde. Wenn es kälter wird im Jahr, ab November, zieht morgens ein Nebelkissen über diesen kleinen Bergsee. Bei Sonneneinstrahlung löst sich der Nebel ganz langsam auf und verbindet sich mit dem strahlenden Engadiner Licht. Ein kleines stilles Naturschauspiel.»

hatecke.ch

Ludwig Hatecke

«Es lohnt sich, der erwachsenen Heidi beim Geschichtenerzählen zuzuhören und in ihre neue verrückte Welt einzutauchen.»

Piroska Szönye, Künstlerin, Geschichtenerzählerin, Buchmacherin und Kulturmanagerin, mit rätoromanischen und ungarischen Wurzeln, lebt und arbeitet in Chur und China.

«Die Kunst existiert nicht nur hier in Grischun* – sie wird gelebt! Und so kommen einige der bekanntesten Künstlerinnen und Künstler der Schweiz aus oder nach Graubünden. Wer hier im Bereich der Kunst tätig ist, ist jedoch kein ‹Lokalgrümscheler› oder eine ‹Regionalmatadorin›. Stattdessen zeichnet die hiesige künstlerische Szene ein kultureller Regionalstolz aus, der auf vielfältige Weise in die ganze Welt hinausgetragen wird.»

* So wird Graubünden im Rätoromanischen, einer der Nationalsprachen des Kantons, genannt.

piroskakunst.ch

Piroska Szönye
Martin J.-M. Burkhardt

Autor.

Martin J.-M. Burkhardt

Martin Burkhardt, Geschäftsführer Wunderland Schweiz GmbH, liebt zeitgenössische Kunst, Design, Architektur, Musik und Film.

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