Kunst & Geschichte Valposchiavo

Atelier I: Runchett (Station 4 Rundgang Hildesheimer)

Atelier di Wolfgang Hildesheimer nei Runchett
“Runchett” ist der Dialektausdruck für die terrassierten Gärten am steilen Osthang über dem Borgo von Poschiavo, die von Trockensteinmauern gehalten werden und die bis ins 20. Jh. für den Frucht- und Gemüseanbau genutzt wurden. In einem dieser Runchett liess sich Wolfgang Hildesheimer sein erstes Atelier erbauen.

 

Atelier I: Runchett (Station 4 Rundgang Hildesheimer)

Beschreibung

“Endlich wieder im Runchett. Herrlich. Neben dem Brunnen lag ein riesiges ausgefressenes Stück Baumrinde. Einer der Brüder Schuhmacher muss es dort hingelegt haben. Ein Kunstwerk. Es hätte gewiss einen grossen Biennale-Preis verdient, wäre es überhaupt denkbar, dass dieses Labyrinth von menschlicher Hand gemacht werden könnte. Die abstrakte - vor allem plastische - Kunst erscheint wertlos angesichts der Dinge, die man in der Natur, aber auch an den Hausmauern, auf Abfallhäufen, etc. findet. Andererseits muss man ihr gestehen, dass erst sie den Blick für dieses Zufällige geschärft hat.” (1)

 

Von seinem Leben in Poschiavo Mitte der 60er erzählt folgender Text:

“Besuch von Wim van Leer und Lea. Angenehmes Mittagessen mit ihnen im Runchett. Leider bestand er später darauf, mir aus seinem neuen Stück vorzulesen ...

Während er hier, kommen Vaninetti und Padre Camillo, Silvia [i.e. Hildesheimers Gattin] empfängt und unterhält sie in meinem Arbeitszimmer. Willkommene Gelegenheit, die Lesung abzukürzen und dann gehen wir hinüber, wo die Situation schwierig wird. Wim spricht Holländisch und Englisch, Lea Englisch, Hebräisch und Rumänisch, Camillo Französisch und Italienisch, Vaninetti nur Italienisch.” (2)

 

Quellen:
(1) Gesammelte Werke VII, Berichte, Notate, S. 666f.
(2) Gesammelte Werke VII, Berichte, Notate, S. 666f.

Karte

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