Öffentliche Anlage/Einrichtung Viamala
Galerie am Splügenpass
Beschreibung
Die zwischen 1818 und 1823 angelegte Passstrasse von Splügen nach
Chiavenna wurde vom lombardo-venezianischen Königreich geplant und
bezahlt. Die habsburgische Macht wollte vermeiden, dass der gesamte
Transitverkehr der Region auf die San-Bernardino-Route überging.
Die Überwindung natürlich-topografischer Hindernisse mit einer
gleichmässigen, für den Verkehr mit Kutschen und Fuhrwagen geeigneten
Steigung stellte im Hochgebirge eine immense technische Herausforderung
dar. Sie benötigte zahlreiche Kunstbauten wie Stützmauern,
Haarnadelkurven, Brücken und Tunnels – die Alpenstrassen des 19.
Jahrhunderts werden deshalb auch ‘Kunststrassen’ genannt. Ausführende
Unternehmung war eine Mailänder Firma; in Graubünden gab es damals
noch keine Ingenieure und Facharbeiter, die erfahren genug waren für die
hohen Ansprüchen des Strassenbaus in den steilen Bregen. Die 312 m lange
Galerie unweit der Passhöhe wurde aber immerhin vom ersten Bündner
Kantonsingenieur, Richard La Nicca, ausgeführt. Die kritischste Stelle der
Strecke sollte von Schneeverwehungen verschont und vor Lawinen geschützt
sein. Die Galerie ist als Rundtonnengewölbe konstruiert und mit Bruchsteinen
aus der Umgebung sowie traditionellem Kalkmörtel sorgfältig
zusammengefügt. Seit den 1950er-Jahren wird das Bauwerk vom öffentlichen
Verkehr umfahren. Die Galerie ist in Bezug auf Alter, Grösse und Zustand
schweizweit einzigartig. Seit seiner sorgfältigen Instandstellung steht es als
grandioses Zeugnis historischer Strassenbaukunst unter nationalem Schutz.
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Karte
Galerie am Splügenpass
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