Öffentliche Anlage/Einrichtung Viamala

Neues Zollhaus

Beschreibung

Dieses Gebäude zeigt, dass Grenzen und Zölle lange Zeit zum Alltag des

Alpenverkehrs gehörten. Anfang des 20. Jahrhunderts errichtete der Bund

hier ein neues Zollhaus. Die Beamten kontrollierten Waren, erhoben

Gebühren und überwachten den Grenzverkehr. Gleichzeitig lebten sie mit

ihren Familien direkt im Gebäude. Das Zollhaus sollte nicht nur praktisch

sein, sondern auch den Schweizer Staat repräsentieren. Deshalb ist es

stattlicher als viele andere Häuser in der Umgebung. Das wird noch durch die

Tatsache verstärkt, dass in Splügen in den wirtschafltich schwierigen Jahren

vom ausgehenden 19. Jahrhundert bis nach dem Zweiten Weltkrieg wenig

gebaut wurde.

Besonders auffällig sind die dekorativen Verzierungen an der Fassade. Sie

wurden in der Sgraffito-Technik ausgeführt. Dabei werden Muster und

Ornamente durch Ritzen und Kratzen aus einer hellen Putzschicht freigelegt,

sodass der dunklere Unterputz sichtbar wird. Die Technik stammt

ursprünglich aus Italien und war vom 16. bis 18. Jahrhundert vor allem im

Engadin und den angrenzenden Talschaften verbreitet. An diesem Gebäude

ist das Sgraffito jedoch eher ortsuntypisch und nicht Ausdruck der

traditionellen Bündner Bauweise: Die üppige, an die Renaissance erinnernde

Fassadengestaltung mit betonten Gebäudeecken, Fenstern und Giebeln folgt

vielmehr den Vorstellungen des Historismus und der von dem dem

Architekten Gottfried Semper geprägten Architekturschule. Sie zeigt, wie

internationale Architekturströmungen im 19. Jahrhundert auch in Graubünden

ihren Niederschlag fanden. Wenn du heute vor dem Zollhaus stehst, ist kaum

vorstellbar, wie viele Menschen, Waren und Geschichten hier Halt machten.

Für viele Reisende begann oder endete hier ein abenteuerliches Erlebnis.

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Neues Zollhaus

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Neues Zollhaus

Verantwortlich für diesen Inhalt: Viamala Tourismus.

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