Event Viamala
Orts-, Kirchen- und Museumsführung
Beschreibung
Rundgang durch Obermutten mit wesentlichen Infos zur Besiedlung durch die Walser und zur Dorfgeschichte inkl. Dorfbrand von Obermutten. Besichtigung der Kirche mit Erläuterung der kirchlichen Zusammenhänge von Unter- und Obermutten. Besuch des ältesten Walserhauses, das seit 15 Jahren als Dorfmuseum mit der grössten Sammlung antiker Lampen weit und breit eingerichtet ist.
Die Walsersiedlung Mutten Obermutten wurde um 1300 durch die Walser besiedelt und gehört zu den ältesten Walserkolonien Graubündens. Die Besiedlung ist im besonderen Interesse der Freiherren von Vaz zwecks Bewachung des Passes zwischen Schams / Rheinwald und dem Albulatal mit dem Sitz der Freiherren von Vaz erfolgt. Das Dorf zieht sich über drei Stufen von der Albula bis zum Muttnerhorn hinauf. Untermutten ist seit knapp zweihundert Jahren der ständige Wohnsitz auf knapp 1400 m.ü.M. Dann folgt der Stafel und schliesslich auf den Sattel "Z ouberst uuf", wie Obermutten in der heimischen Sprache genannt wird.
Die Muttner waren anfangs der Kirche Salux/Salouf zugehörig. 1519 halfen sie beim Bau der Kirche des Nachbardorfes Stürvis/Stierva mit und 1582-1584 bauten sie ihre eigene Kirche in Untermutten und traten gleichzeitig zur Reformation über. Der Kirchenbau beweist, dass die Muttner damals ständig in Untermutten wohnten. Wegen Überbevölkerung zügelten mehrere Familien ab Ende des 17. Jahrhunderts nach Obermutten, wo sie 1718 die heutzutage viel besuchte Holzkirche bauten.1946 brannte Obermutten ab. 17 Gebäude brannten bis auf die Grundmauern nieder. Nach wie vor besteht das Dorf aus lauter Holzbauten und steht seit 1973 im Bundesinventar schützenswerter Ortsbilder der Schweiz (ISOS) von nationaler Bedeutung. Glücklicherweise sind aus dem Übergang vom 17. ins 18. Jahrhundert noch vier Häuser erhalten geblieben, ein Doppelhaus, ein erweitertes Langhaus und zwei Langhäuser. Das eine Walser Langhaus erfüllt seit 15 Jahren einen doppelten Zweck. Es ist nämlich als privates Museum mit einer grossen Sammlung von antiken Beleuchtungsgegenständen eingerichtet worden und kann – wenn die Gäste abgezogen sind – (mit Einschränkungen zwar) durch die Eigentümerfamilie bewohnt werden. Im Jahr 1991 wurde der Walserverein Mutten gegründet, der nach 30 Jahren in den Museumsverein übergegangen ist. In dieser Zeit sind vier grosse Ausstellungen über die Muttner Geschichte entstanden und vier Bücher verfasst worden. Das Buch "Muttner BärgSunntig" befasst sich unter anderem mit den Besonderheiten des Muttner Walserdialektes und nimmt Bezug auf die Flurnamen, welche auf der 1999 entstandenen Flurnamenkarte sozusagen punktgenau platziert sind. Das im Jahr 2011 erschienene Buch unter dem Titel "Diis Gsetz isch nit inschas Gsetz" enthält 17 Biographien aus einem Zeitraum von 200 Jahren. Das umfassendste Werk "Wege und Abwege zwischen Schyn und Viamala" erzählt vom Leben an den beiden Schluchten. Im Buch "Muttner Küche gestern und heute" erscheinen Köchinnen und Köche der letzten 30 Jahre mit ihren Rezepten, wobei schwergewichtig Grossmutters Küche zum Tragen kommt. Das Buch im A4-Querformat zeichnet sich dadurch aus, dass zu den Rezepten in Wort und Bildern auf der linken Seite Hintergrundgeschichten auf der rechten Seite erzählt werden.
Anmeldung erwünscht bis am Vortag 17.00 Uhr.
Verkehrsverbindungen
Anreise: Mit dem Postbus ab Thusis: Thusis ab 12.00 Uhr; Obermutten an 12.33 Uhr
Rückfahrt: Obermutten ab 16.46 Uhr; Thusis an 17.23 Uhr
Veranstaltungsort
ab Dorfbrunnen
7431 Obermutten
Verantwortlich für diesen Inhalt: Viamala Tourismus.

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