Graubünden Ferien Schweiz

26.08.2019

Die besten Tipps des Nationalparkwächters zur Wildtierbeobachtung

Neben der unberührten Natur gehören Tierbeobachtungen zu den Highlights eines Besuchs in Graubünden. Nationalparkwächter Fadri Bott verrät, wie man die Tiere am besten beobachtet und welches die besten Plätze dafür sind.

Allgemeine Tipps

Die Chance, Wildtiere auf einer Wanderung in Graubünden beobachten zu können, ist im ganzen Kanton gross. Es braucht nur etwas Glück und Geduld. Um Tieren in freier Wildbahn jedoch besonders nahe zu kommen, ist der Nationalpark einer der besten Plätze in den Alpen. Dies deshalb, weil für Besucher klare Regeln gelten. So lassen sich die Tiere etwa kaum durch Wanderer stören, weil diese die Wege nicht verlassen dürfen, erzählt Bott.

Er empfiehlt den Besuchern, einen Feldstecher oder ein Fernrohr mitzunehmen. Diese können auch im Nationalparkzentrum in Zernez gemietet werden. Und wer nicht nur Tiere beobachten, sondern auch viel Wissenswertes über sie erfahren möchte, der entdeckt den Nationalpark am besten mit einem Guide auf einer geführten Tour.

Beobachtungstipps Murmeltier

  • Murmeltiere sind im ganzen Gebiet des Nationalparks gut zu beobachten.
  • Sie sind vor allem auf Alpweiden und subalpinen Rasen zu finden.
  • Ein guter Platz, um Murmeltiere zu sehen, ist die Alp Stabelchod, die über den Naturlehrpfad Margunet gut erreichbar ist.
  • Die Murmeltiere sind sich Besucher gewohnt und wenig scheu. Fadri Bott sagt: «Murmeltiere lieben Besucher, sonst ist es ihnen fast zu langweilig».
Murmeltier

Beobachtungstipps Steinbock

  • Im Frühling und Frühsommer sind die Steinböcke auf den grünen Wiesen bis in die Täler zu finden. Sie halten sich dann nah am Weg auf und sind oft im Rudel von 30 bis 35 Stück unterwegs.
  • Im Hochsommer steigen sie in höher gelegene Gebiete auf, weitere Wanderungen sind nötig, um die Steinböcke beobachten zu können, zum Beispiel auf die Fuorcla Trupchun.
  • Auf der Alp Trupchun, der «Serengeti der Alpen», können täglich Steinböcke beobachtet werden. Für die Beobachtung ist ein Feldstecher oder ein Fernrohr empfehlenswert.
Steinböcke im Schweizerischen Nationalpark

Beobachtungstipps Steinadler

  • Sechs Steinadlerpaare leben im und um den Nationalpark.
  • Die Raubvögel sind schwieriger zum Beobachten als Murmeltiere oder Hirsche.
  • In der Nähe des Hotels «Il Fuorn» gibt es einen Adlerhorst. Allerdings brüten die Steinalter nicht jedes Jahr dort.
  • Informationen zur Steinadlerbeobachtung bekommen Sie beim Infomobil beim Hotel «Il Fuorn». Von dort ist der Adlerhorst in 500-Meter-Distanz sichtbar.
  • Achten Sie bei Wanderungen auf Murmeltierpfiffe. Diese schlagen Alarm, wenn Raubvögel (Steinadler und Bartgeier) am Himmel sind und ermöglichen es Ihnen, den Himmel nach den Raubvögeln abzusuchen.
  • Gute Chancen, Steinadler zu entdecken, bieten sich auf der Alp Grimmels.
Steinadler

Beobachtungstipps Rothirsch

  • Hirsche wandern jeweils im Frühling aus ihren Winterständen in den Nationalpark ein.
  • Ein guter Beobachtungspunkt ist jeweils am Abend beim Hotel «Il Fuorn», so sich die Hirsche auf einer Wiese aufhalten.
  • Wenn Sie von der Alp Trupchun 20 Minuten in Richtung Fuorcla Trupchun weiter wandern, können im Talkessel bis zu 300 Hirsche beim Äsen beobachtet werden.

Beobachtungstipps Gämse

  • Den besten Punkt für die Gämsbeobachtung finden Sie in der Val Cluozza, die gut von Zernez aus erreichbar ist.
  • Die Gämsrudel sind praktisch auf der ganzen Tour beobachtbar.
  • In der Chamanna (Hütte) Cluozza gibt es Übernachtungsmöglichkeiten. Buchen Sie bequem über das Online-Reservationssystem.
  • Am Abend, wenn die Schatten länger werden, sind auch die 220 Millionen Jahre alten Saurierspuren gut sichtbar. Die steile Felsplatte ist stark steinschlaggefährdet und für Besucher nicht zugänglich. Mit einem guten Feldstecher sind sie von der Chamanna Cluozza aus gut erkennbar.

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