Chalandamarz, Pschuuri und Co.

Brauchtümer

Chalandamarz in Guarda
Der Winter ist die Zeit der Brauchtümer. Beim Chalandamarz wird die kalte Jahreszeit mit lauten Kuhglocken und Peitschenknallen vertreibt. Im Engadin wird dieser Brauch alljährlich am 1. März gefeiert. Auch der Brauch Trer Schibettas in der Surselva hat dasselbe Ziel: die Vertreibung des Winters.

Hom Strom

Eine 10 Meter hohe Feuersäule ragt in den Nachthimmel. Kleine Flammenfetzen und brennende Strohbüschel steigen sanft in die Höhe. Es knistert und riecht nach Petrol. Rund um das Inferno stehen ein paar Hundert Leute. Nicht etwa Schaulustige, sondern begeisterte Gäste, Einheimische und vor allem Kinder. Sie singen gemeinsam «L‘Hom Strom es ün bel hom» und feiern Scuols Jahrtausende alten Brauch.

Hom Strom in Scuol (© Dominik Täuber)

Chalandamarz

Im Engadin, im Val Müstair, im Bergell (Calendimarzo), im Puschlav (Pupocc da marz) sowie im Surses hält man an einem uralten Frühlingsbrauch – wahrscheinlich geht er zurück in die Antike – fest: den Chalandamarz. Am 1. März begrüsst die bunt kostümierte Schuljugend mit Schellengeläut und Peitschenknallen die bessere Jahreszeit.

Kinder am Chalandamarz in Graubünden

Trer Schibettas

Trer Schibettas heisst auf Deutsch so viel wie Scheibenschlagen. Es ist ein uralter Brauch, bei welchem glühende Holzscheiben mit Hilfe von Stecken von Berghängen ins Tal geschleudert werden. Mit dieser Tradition wollen die Bewohner den Winter vertreiben. Heute widmen die jungen Männer ihre glühenden Scheiben zudem ihrer Liebsten, oder einer Frau, die es noch werden soll.

Brauchtum Trer Schibettas

Pschuuri

Pschuuri, Bschuri, Bschürälä, Pschuurimittwucha (Aschermittwoch) sind Ausdrücke, die man in vielen Walsergebieten Graubündens heute noch kennt. Gemeint ist damit, das Russ-Schwärzen von ledigen Frauen und Jugendlichen. In Splügen ist dieser Brauch in alter Form lebendig und wird von der Jungmannschaft zelebriert.

Pschuuri